Same same but different

Loredana Longo · Noi-Loro, 2018, Ziegelsteine, Scheinwerfer
 

Loredana Longo · Noi-Loro, 2018, Ziegelsteine, Scheinwerfer

 

Hora Ingrid · Franz, 2018, Hans, 2018, Holz, Formica, Textil 
 

Hora Ingrid · Franz, 2018, Hans, 2018, Holz, Formica, Textil 

 

Hinweis

Same same but different

Meran — Unter dem Titel ‹Same same but different› zeigt Kunst Meran derzeit eine Gruppenausstellung, an der jeweils drei Kunstschaffende aus den Regionen Südtirol und Sizilien beteiligt sind, die sich anhand ihrer Werke mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situationen sowie den gegenwärtigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in den beiden italienischen Landesteilen auseinandersetzen. Die Schau ist ein Kooperationsprojekt mit dem sizilianischen Museo Civico di Castelbuono, wo die Ausstellung parallel zu Meran ebenfalls gezeigt wird. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf eine englisch-thailändische (tinglisch) Redewendung, die übersetzt so viel wie «ganz gleich und doch anders» bedeutet. Zwar knüpfen die präsentierten Werke inhaltlich an die beiden geografischen Regionen an, schaffen aber thematische Bezüge, die nicht nur lokal zu verorten sind, wenn es etwa um Fragen der Migration, kulturellen Identität oder Integration und Ausgrenzung geht. Beispielhaft dafür etwa gleich am Beginn der Schau die Mauer-Installation ‹Noi/Loro, Loro/Noi› der Künstlerin Loredana Longo, die damit darauf verweist, dass die zunehmende Unterscheidung zwischen «wir» und «die anderen» in ganz Europa immer stärker wird und Europa Gefahr läuft, von nationalistischen Strömungen unterlaufen zu werden.
Mit Herkunfts- und Zugehörigkeitsfragen setzt sich auch Claudia Barcheri auseinander. Sie, die deutschsprachige Südtirolerin, transformiert das Hintergrundmuster ihres italie-nischen Passes mit dem eingeschriebenen «Repubblica Italiana» in ein überdimensionales ornamentales Gipsrelief. Genderfragen spielen bei Ingrid Hora eine Rolle. Eine imposante Melkstuhl-Installation etwa soll die selbstbewusste Stärke Südtiroler Milchbäuerinnen veranschaulichen. Im sizilianischen Castelbuono wiederum prägen Eselinnen das Strassenbild. Sie sind dort unter anderem für die Müllabfuhr zuständig. In einer Videoinstallation verbindet Hora die Geschichten dieser «Königinnen» mit den Geschichten der Bäuerinnen. Eine poetisch-abstrakte Annäherung an die Idee der Grenze betreibt Christian Martinelli mit seinen Camera-Obscura-Aufnahmen, während sich Ignazio Mortellaro installativ mit Masseinheiten und Standardisierung auseinandersetzt und den Ausstellungsraum skurril vermisst. Und das in Florenz ansässige Studio ++ überträgt die Bilder einer Webcam, die sie auf einem Kreuzfahrtschiff installiert haben, in den Raum, darauf hinweisend, dass Navigation immer auch Verortung und Wissen bedeutet.

Bis 
08.07.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
C. Barcheri, I. Hora, L. Longo u.a. 21.04.201808.07.2018 Ausstellung Merano
Italien
IT
Künstler/innen
Hora Ingrid
Loredana Longo
Autor/innen
Karlheinz Pichler

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