Heinz Mack

Heinz Mack · Ohne Titel, 1968/2012, Aluminium, Wellenglas, Edelstahl, Holz, Motor, 155 x 155 x 25 cm, Holzsockel, partiell mit Edelstahl ummantelt: 60 x 90 x 40,5 cm

Heinz Mack · Ohne Titel, 1968/2012, Aluminium, Wellenglas, Edelstahl, Holz, Motor, 155 x 155 x 25 cm, Holzsockel, partiell mit Edelstahl ummantelt: 60 x 90 x 40,5 cm

Heinz Mack · Ohne Titel (Chromatische Konstellation), 2017, Acryl auf Leinwand, 212 x 219 cm

Heinz Mack · Ohne Titel (Chromatische Konstellation), 2017, Acryl auf Leinwand, 212 x 219 cm

Hinweis

Heinz Mack

Wichtrach — Die Farben und das Licht, das diese Farben für uns Menschen überhaupt erst sichtbar macht, sind eines der Kernthemen der Kunst. Eines zudem, dessen sich schon viele grosse Kunstschaffende angenommen haben. Zu ihnen gehört der namhafte deutsche Künstler Heinz Mack (*1931), der ein medial vielfältiges und durchdachtes Werk zum Wirken von Licht und Farben geschaffen hat. Bekannt wurde Mack mit der 1958 von ihm und Otto Piene gegründeten Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach einem neuen künstlerischen Weg suchte. Mack, Piene und später auch Günther Uecker arbeiteten mit lichtkinetischen Objekten, die durch Licht und Bewegung neue Raumerfahrungen ermöglichten. Ab Mitte der Sechzigerjahre entwickelte Heinz Mack seine Untersuchungen an Licht, Raum, Farbe allein weiter, und das mit grossem internationalem Erfolg. Die Galerie Henze & Ketterer zeigt Macks Schaffen in einer umfangreichen Ausstellung – die erste dieser Art und Grössenordnung in der Schweiz – und ermöglicht die Begegnung mit einem Werk, das zwar in manchem durchaus Spuren einer bestimmten Zeit, einer Generation in sich trägt, das aber zugleich einen überzeitlichen, von allen Stil- und Modewechseln unberührten Kern hat. In den kinetischen Objekten mit ihren rotierenden Spiegelflächen oder den Plastiken aus glänzendem Edelstahl oder Granit ist der von Experimentierfreude und Entdeckerlust geprägte, in die Zukunft gewendete Geist der Sechzigerjahre spürbar – wenngleich einige Arbeiten in der Ausstellung eigentlich Repliken sind oder neugefertige Objekte, die allerdings auf Plänen aus dieser Zeit basieren. Faszinierend ist es, neben dem bekannten, kinetischen Mack den stilleren Maler und Farbtheoretiker zu sehen. Die Ausstellung versammelt eine grosse Zahl an sogenannten chromatischen Konstellationen, Bildstudien des Sehens, die in unterschiedlichen Formaten in Acrylfarbe auf Leinwand entstehen. Mack gestaltet seine «chromatischen Konstellationen» sowohl als Farbstudien, in denen er verschiedene Farben, Farbtöne und -nuancen gegeneinandersetzt und so Ausdruckskraft und -spektrum der einzelnen Farben variiert. Der Künstler arbeitet aber auch mit Konstellationen im Bereich der Grauschattierungen, die keineswegs weniger farbig wirken als die vieltonigen Varianten, die allenfalls das bewusst schlicht gehaltene Formenvokabular noch deutlicher vor Augen führen. Gerade in ihrer formellen Einfachheit und Konzentration sind diese Bilder geeignet, zu einem der Kernthemen der Kunstbetrachtung hinzuführen – der Lust am Sehen.

Bis 
29.06.2019
Autor/innen
Alice Henkes
Künstler/innen
Heinz Mack

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