Katinka Bock, Giulia Cenci, Philipp Messner

Katinka Bock · April, Personne, 2013/2019 (Installationsdetail). Foto: Kapi

Katinka Bock · April, Personne, 2013/2019 (Installationsdetail). Foto: Kapi

Giulia Cenci · Marine snow (scuro-scuro), 2019, Polyurethane Schaum, Aluminium

Giulia Cenci · Marine snow (scuro-scuro), 2019, Polyurethane Schaum, Aluminium

Hinweis

Katinka Bock, Giulia Cenci, Philipp Messner

Meran — In den Räumlichkeiten von Kunst Meran/Merano Arte sind derzeit unter dem Titel ‹Da lontano era un’isola› (Von weitem war es eine Insel) Werke von drei Kunstschaffenden zu sehen, deren Verbindung im Hang zum experimentellen Umgang mit speziellen Materialien und im ortsbezogene Schaffen besteht. Der Titel der Ausstellung verweist auf ein gleichnamiges Buch von Bruno Munari (1907–1998), in welchem der Mailänder Künstler und Designer verborgene Welten beschreibt, die sich in den Strukturen von Steinen ablesen lassen. Die 1976 in Frankfurt am Main geborene Künstlerin Katinka Bock setzt bei ihren skulpturalen Installationen bevorzugt auf Werkstoffe wie Keramik, Holz, Bronze, Kupfer oder Textilien. In Meran orientiert sie sich an den besonderen Gegebenheiten des Laubenhauses und schafft anhand eines Kupferleitungssystems einen Brückenschlag zwischen Innen und Aussen. Regenwasser, dass in einem auf dem Balkon befestigten Kupfertrichter gesammelt wird, wird über die Röhren in die «Bassena» im Stiegenhaus geführt. Ausserdem verteilt sie in Bronze gegossene Pflanzenteile quer durch das ihr zugeteilte Geschoss. Bronze-Kakteen (‹Smog›), die als Zitat auf das Zwillinghaus von Frido Kahlo und Diego Rivera der Neunzehndreissigerjahre zu lesen sind, runden ihren Beitrag ab. Der in München lebende Künstler Philipp Messner (*1975, Bozen) erregte im Januar 2016 grosse Aufmerksamkeit, als er mit Hilfe von Schneekanonen in das Kunstareal hinter der Münchner Alten Pinakothek ein blau-gelb-rotes Schneefeld «malte». Für die Ausstellung bei Kunst Meran hat er flüssige Farbe auf Marmorplatten fliessen und in die Gesteinsporen eindringen lassen. Die so entstandenen monochromen Farbflächen hat er Platte für Platte zu skulpturalen Farbblöcken zusammengebaut. Industrielle Materialien mit organischen Formen kreuzt die 1988 in Cortona (Italien) geborene Künstlerin Giulia Cenci. Die auf einem schwarzen Teppich präsentierten durchlässigen, fremd anmutenden Skulpturen könnten einer Unterwasserszenerie der Urzeit entstammen oder auf eine dystopische Welt verweisen. Ähnliche amorphe, den Betrachter mit Unbehagen erfüllende Figurationen hängen im zweiten Raum wie kleine Inseln von der Decke. Cencis skulpturale Verortungen strahlen eine verstörende Unwirtlichkeit aus. Sie künden von Orten, wo man nie wohnen möchte. 

Bis 
10.06.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Katinka Bock, Giulia Cenci, Philipp Messner 16.03.201916.06.2019 Ausstellung Merano
Italien
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