Kosmos Kubismus — Werkintensität

Kosmos Kubismus, Ausstellungsansichten Kunstmuseum Basel, 2019; oben: Pablo Picasso · Porträt von Gertrude Stein, 1905/06, Courtesy Metropolitan Museum; unten links: Robert Delaunay · Hommage to Blériot, 1914; rechts: Francis Picabia · Udnie, 1913, Centre Pompidou, Paris, alle Aufnahmen ­­© ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Kosmos Kubismus, Ausstellungsansichten Kunstmuseum Basel, 2019; oben: Pablo Picasso · Porträt von Gertrude Stein, 1905/06, Courtesy Metropolitan Museum; unten links: Robert Delaunay · Hommage to Blériot, 1914; rechts: Francis Picabia · Udnie, 1913, Centre Pompidou, Paris, alle Aufnahmen ­­© ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Kosmos Kubismus, Ausstellungsansichten Kunstmuseum Basel, 2019; oben: Pablo Picasso · Porträt von Gertrude Stein, 1905/06, Courtesy Metropolitan Museum; unten links: Robert Delaunay · Hommage to Blériot, 1914; rechts: Francis Picabia · Udnie, 1913, Centre Pompidou, Paris, alle Aufnahmen ­­© ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Kosmos Kubismus, Ausstellungsansichten Kunstmuseum Basel, 2019; oben: Pablo Picasso · Porträt von Gertrude Stein, 1905/06, Courtesy Metropolitan Museum; unten links: Robert Delaunay · Hommage to Blériot, 1914; rechts: Francis Picabia · Udnie, 1913, Centre Pompidou, Paris, alle Aufnahmen ­­© ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Besprechung

Mit einer Auswahl von rund 130 Werken von Picasso bis Léger bringt das Kunstmuseum Basel im Neubau den Kubismus, der in der hauseigenen Sammlung stark vertreten ist, als eine Strömung der Moderne zur Wiedervorlage: eine Überblicksausstellung avant la lettre in Kooperation mit dem Centre Pompidou.

Kosmos Kubismus — Werkintensität

Basel — Der Grundbestand kubistischer Werke im Kunstmuseum geht auf den in Basel geborenen Banquier Raoul La Roche zurück. Während seiner beruflichen Tätigkeit in Paris lernte er 1918 Amédée Ozenfant und Le Corbusier kennen. Mit deren Unterstützung baute er eine Sammlung moderner Kunst mit einem Kubismus-Schwerpunkt auf. La Roche profitierte von den «Ventes Kahnweiler», liess sich von Le Corbusier westlich von Paris eine weisse Villa bauen und schenkte seine Sammlung dem Kunstmuseum Basel. ‹Broc et violon› von Braque, ‹L’Aficionado› von Picasso und ‹Le violon› von Gris gehören seitdem zum Kernbestand von Sammlungshängungen. ‹Kosmos Kubismus› richtet den Fokus darauf, wie die Infragestellung der Zentralperspektive ab 1907 zusammen mit kubistischen Zugriffen auf Objekte wie Krüge, Früchte, Musikinstrumente sowie Sprache und Schrift zu einer umfassenden Transformation gestalterischer Mittel führte. Die Schau folgt in vier von insgesamt acht farbig gefassten Räumen mit einer fulminanten Auswahl an Werken dem Sog, der die allgemeine Geschichtsschreibung des Kubismus bis heute prägt: von der Faszina­tion für «primitivistische» Skulpturen und Cézanne über das «Aufbrechen der Form» zur Kollektivgrammatik einer neuen, farbreduzierten Malerei. Bevor der Bogen von Picassos ‹Stillleben mit Rohrstuhlgeflecht› aus dem MoMA über Materialexperimente, Papier collé, Orphismus und Salonkubismus bis zum Ersten Weltkrieg weitergespannt wird, hält die Schau im Atelier der Künstler inne: Picassos Bildnis von Gertrude Stein aus dem Metropolitan Museum wird vom Porträt des Avantgarde-Galeristen Kahnweiler und von Rousseaus ‹Muse inspirant le poète› gerahmt. Stein hat dem in achtzig Sitzungen entstandenen Werk eine Passage in der ‹Autobiography of Alice B. Toklas› gewidmet: «… ich war und bin immer noch zufrieden mit meinem Porträt; für mich bin ich es, und ist es das einzige Bild von mir, das für mich immer ich ist.» Integraler Bestandteil der Ausstellung ist ein umfangreiches Begleitprogramm, das den Kubismus reflektiert und in der Gegenwart neu verortet. Gertrude Stein war der Ansicht, man könne ein Museum sein oder modern, aber nicht beides. Das Kunstmuseum zeigt, dass dies mittels Reflexion des eigenen Kanons und Öffnung auf «andere Modernen» doch möglich sein kann. 

Bis 
04.08.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Kosmos Kubismus 30.03.201918.08.2019 Ausstellung Basel
Schweiz
CH
Autor/innen
Stefanie Manthey
Künstler/innen
Pablo Picasso

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