Nina Staehli

Nina Staehli · Cupiditas Wachstumsphase, 2019, Xyrarock, Acryl, Latex, Battlefields of Cupiditas, Kunsthaus Zofingen. Foto: ullmann.photography

Nina Staehli · Cupiditas Wachstumsphase, 2019, Xyrarock, Acryl, Latex, Battlefields of Cupiditas, Kunsthaus Zofingen. Foto: ullmann.photography

Nina Staeheli · Battlefield, 2019, Detailaufnahme aus Battlefields of Cupiditas, Kunsthaus Zofingen. Foto: ullmann.photography

Nina Staeheli · Battlefield, 2019, Detailaufnahme aus Battlefields of Cupiditas, Kunsthaus Zofingen. Foto: ullmann.photography

Hinweis

Nina Staehli

Zofingen — Nina Staehli (*1961, Cham) überrascht im Kunsthaus Zofingen mit einer narrativen Gesamtinstallation zum Thema ‹Battlefields of Cupiditas›, die Leidenschaft und Begierde organische Formen annehmen lässt. Zum Auftakt wird das Publikum gebeten, für die Begierde selbst eine Form zu definieren und diese im eigenen Körper zu verorten. Für die Künstlerin nimmt Cupiditas die Form eines Organs an, das einem Herzbeutel mit einer angeschnittenen Blutbahn gleicht, eine Skulptur aus weissem, gebranntem Ton. Im ‹Cupiditas System Manifest› definiert sie Cupiditas in quasi naturwissenschaftlicher Manier als ein «primäres oder zentrales Organ des cupidischen Systems». Ihr in den Jahren 2018 bis 2019 entstandener Werkzyklus ist eine Reise zum Entwicklungs-, Vermehrungs- und Verwandlungspotenzial dieses Organs. In der Installation ‹Cupiditas Wachstumsphase› bildet das Organ vegetabile Formen aus, wenn es in Blumentöpfe gesetzt und mit Dünger genährt wird. Im nächsten Raum sind zwei pneumatische Skulpturen mit den Titeln ‹Hypertrophie magenta› und ‹Hypertrophie gold› zu beeindruckender Grösse angeschwollen. Zwei dazugehörende Videos stellen diese hypertrophe Cupiditas samt Nachwuchs in Fabrikräume und ein System von Vermehrung, Gier und Kampf um Macht. Erst in der einen Saal einnehmenden Installation ‹Battlefield› im Obergeschoss steigen bei längerer Betrachtung Bilder von Völlerei, sexueller Gier und Gewalt auf, die man gemeinhin mit Leidenschaft und Begierden verbindet. Diese Installation besteht aus inselartig im Raum stehenden verspiegelten Flächen auf Stäben. Auf ihnen bilden Variationen von Cupiditas aus gebranntem Ton wechselnde Konstellationen. Da entdeckt man eine Cupiditas mit vollem Bauch und überkreuzten Beinen, dort beugt sich eine andere drohend über ein auf dem Rücken liegendes Organ. Wegen der Spiegelung wirken diese Anordnungen wie nach aussen gestülpte Manifestationen innerer Triebkräfte und Vorstellungen. Cupiditas zeigt sich in Staehlis Gesamtinstallation organisch, biologisch, produktiv und kreativ. Die von Hand geformten und glatt gestrichenen Tonskulpturen verleihen Cupiditas Sinnlichkeit und zeugen von der schöpferischen und zerstörerischen Kraft, die menschlicher Berührung innewohnt. Ihre Erzählung macht Lust, Cupiditas neu wahrzunehmen, auf dass die Begierden und Leidenschaften andere Formen annehmen.

Bis 
16.06.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
BATTLEFIELDS OF CUPIDITAS - Nina Staehli 16.06.2019 Finissage Zofingen
Schweiz
CH
Autor/innen
Eva Dietrich
Künstler/innen
Nina Staehli

Werbung