ALMA

ALMA · Flachware, 2020, Gemischte Maltechniken auf Leinwand und Holz, 3,60 x 6, 80 m © ProLitteris

ALMA · Flachware, 2020, Gemischte Maltechniken auf Leinwand und Holz, 3,60 x 6, 80 m © ProLitteris

ALMA · Schemelsteig, 2019, Holz bemalt, Öl, Acryl und Zinn, je 32 x 47 cm, Höhe 8–37 cm © ProLitteris

ALMA · Schemelsteig, 2019, Holz bemalt, Öl, Acryl und Zinn, je 32 x 47 cm, Höhe 8–37 cm © ProLitteris

Hinweis

ALMA

Hochdorf — Ein Schelmenduo könnte – eventuell – auf einem ‹Schemelsteig› balancieren, dessen Trittflächen der Grösse einer Postkarte entsprechen. Seit über dreissig Jahren sorgt das Künstlerpaar ALMA für Ungewissheiten. Gelebte Distanzeinhaltung und eine Portion Nichteinsehbarkeit gehören für Alf Hofstetter und Max Frei seit den Anfängen ihrer grösstenteils örtlich getrennten Zusammenarbeit zu ihrem markt-, kunst- und selbstkritischen Programm. In der Ausstellung ‹GrossArtig› transferieren sie Teile ihrer unverkäuflichen, ausschliesslich auf Din-A6-Doppelbildern gefertigten Werke, die sie in der sogenannten ‹Stiftung ALMA› verwahren, in einen neuen Kontext. Dies geschieht im Zusammenspiel mit Prozessen des Zitierens, Kopierens und Referenzierens, ergänzt durch plastische Neuformulierungen und eine Ausweitung ins Performative. Beim Betreten der grossen Halle des Kunstraums Hochdorf wird das Sehfeld flachgelegt. Zweidimensionale Arbeiten, in der Regel für die Wand gedacht, werden im Galeriebetrieb gern als «Flachware» bezeichnet. ‹Flachware› heisst denn auch der auf dem Boden ausgelegte Bilderblock, der sich aus gemalten Kopien von Stiftungsarbeiten in unterschiedlichen Vergrösserungsformaten zusammensetzt. An den Längswänden hängen kleine Doppel-Originale im Din-A6-Format aus der Stiftung. Fragen nach Wertigkeiten stellen sich ein. Modifizierte Lesarten werden provoziert und, vergleichbar einer musikalischen Instrumentalisierung, neue Empfindungsskalen aktiviert. Der ausgelöste Farbensog relativiert Binnenstrukturen. Damit kontrastiert an der Stirnwand eine wandfüllende Malerei in Grautönen. Auch Lichtprojektionen sind «Flachware». Im kleinen hinteren Raum, als Aktionskammer für Relikte eingerichtet, werden künstlerische Sinn­suche und Selbstdarstellung als «Hochseilakt» inszeniert. Verleimte und eingegipste Plüschtiere, verkappt erinnernd an barocke Putten, bilden einen Rahmen. Dieser umschliesst einen nur durch eine Lichtquelle erhellten Leerraum und wirft ephemere Schatten. Zwei dreissig Meter lange Seile mit einem Durchmesser von einem halben Zentimeter, von Frei nach einem ausgeklügelten Algorithmus bemalt, von Hofstetter auf der Basis von Kunstpostkarten, tragen Verbundenheit und Auflösung in sich. Ad absurdum geführt erscheint der Akt der Malerei. ALMA stellt sich an der Finissage in einer Doppelperformance einem Frauenduo, der Ausgang ist offen. 

Bis 
12.07.2020

→ Kunstraum Hochdorf, 14.6. –12.7. ↗ www.kunstraum-hochdorf.ch

Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
GrossArtig 14.06.202012.07.2020 Ausstellung Hochdorf
Schweiz
CH
Autor/innen
Sabine Arlitt
Künstler/innen
Max Frei
Alf Hofstetter

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