Was nützt – in Gedanken

Esther Kempf · Ereignis 2, 2020, Performance mit Sonnenlicht und reflektierenden Objekten

Esther Kempf · Ereignis 2, 2020, Performance mit Sonnenlicht und reflektierenden Objekten

Tom Menzi, Untitled (Yellow Diagrams), 2019, Fahnen, Løcher, Leimbach

Tom Menzi, Untitled (Yellow Diagrams), 2019, Fahnen, Løcher, Leimbach

Hinweis

Was nützt – in Gedanken

Zürich — Seit Mai 2019 betreibt der Verein ­Zitrone auf dem ehemaligen Werkhof der Baufirma Locher in Leimbach eine Zwischennutzung, die nicht nur Ateliers für Kunstschaffende und Kleingewerbe umfasst. Bereits letzten Herbst initiierten Tom Menzi und Karin Schwarzbek auf dem Areal eine Ausstellung, zu der sie fünf Positionen einluden. Mit dem Ende des Lockdown im Mai können Menzi und Schwarzbek, die sich eher als Gastgeber denn als Kuratoren sehen, diese Tätigkeit wieder aufgreifen. Ihr Ausstellungstitel ‹Was nützt – in Gedanken› soll die Aufmerksamkeit auf Pausen oder Leerstellen lenken, und zwar im produktiven Sinn: In der künstlerischen Praxis einen ungewohnten Weg einschlagen, Vertrautes in neuen Dimensionen erproben, die Atmosphäre des Areals aufgreifen – sodass das jeweils individuelle Füllwort der Titelleerstelle nicht nur ein Gedankenspiel bleibt. Ebenso wichtig ist dem Organisationsduo der Austausch während der Vorbereitung, die Begleitung der neu entstehenden Arbeiten, die Menzi und Schwarzbek immer auch als Reservoir für künstlerische Praktiken ansehen. Die angebotenen Räume, Durchgangszonen beziehungsweise ungenutzten Gebäude wie der markante Silo fordern dazu heraus, die einzelne Arbeit als situative Setzung, als temporäre Antwort auf die räumlichen Gegebenheiten zu begreifen.So haben sich nun für ‹Teil 2› unter anderem Esther Kempf, Ilona Rüegg, Valentin Hauri und Marco Fedele di Catrano sowie auch Karin Schwarzbek einen spezifischen Ort auf dem weitläufigen Areal ausgesucht. Auf die Herausforderungen reagieren die Teilnehmenden wie erwartet unterschiedlich. Valentin Hauri hat die (von) ihm vertrauten Dimensionen und Träger seiner Malerei verlassen und arbeitet direkt auf der Betonaussenwand. Ilona Rüegg und Marco Fedele di Catrano haben sich von vor Ort vorhandenen Materialien inspirieren lassen, wobei Rüeggs Eingriff auch die Lichtsituation im Gebäudeinneren verändert: Die massiven Musterplatten aus Beton, die mit Sicherheitsgurten vor den Treppenhausfenstern montiert sind, gewährleisten nur eine sparsame Belichtung, wodurch der gewohnte Gang im Stiegenhaus einen anderen Erfahrungswert gewinnt. Esther Kempf wiederum verwandelt einen der Schuppen in eine Art Lichtmodulator, der zu einem bestimmten Zeitpunkt das Innere in eine irrlichternde und verwirrende Bühne verwandelt. Und zur Eröffnung gibts Essen aus der Glut von Michael Günzburger.

Bis 
20.06.2020

→ Locher, Allmendstrasse 92, Leimbach, 13.6.–20.6.; Eröffnung am 13.6., ab 15 Uhr ↗ Instagram unter @locherlocher

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