Alexandra Baumgartner

Alexandra Baumgartner · bread eaters ­chapter 1: Das Fundstück, ­Ausstellungsansicht Keinraum, 2021

Alexandra Baumgartner · bread eaters ­chapter 1: Das Fundstück, ­Ausstellungsansicht Keinraum, 2021

Alexandra Baumgartner · Weizenähre, Solibam Floriddia, 2020, Fotografie17

Alexandra Baumgartner · Weizenähre, Solibam Floriddia, 2020, Fotografie17

Hinweis

Alexandra Baumgartner

Luzern — «Look, it sprouts! – ‹the ground responds next with an upward signal of it’s own›» lautet das kuratorische Konzept von Keinraum, einer Ausstellungsvitrine an der Aussenfassade der Luzerner Zwischennutzung Neubad, die auf junges Kunstschaffen fokussiert. Das Kuratorinnen-Kollektiv Stefanie Janssen (*1994), Gianna Rovere (*1995) und Isabelle Weber (*1994) bezieht sich einerseits auf das Untergründige, Aufstrebende und Neue, andererseits auf die Physikerin, Philosophin und Feministin Karen Barad, welche Teil dessen ist, was als «Neuer Materialismus» zusammengefasst wird. Dieser möchte die dichotomen Verzweigungen von Kultur und Natur, Mensch und Nichtmensch, Subjekt und Objekt, Idee und Materie überwinden und stattdessen auf Systeme, Prozesse und Verschränkungen «dazwischen» verweisen.
So auch ‹Bread Eaters Chapter 1: Das Fundstück›, 2021 von Alexandra Baumgartner (*1991, Zürich), die von der Fotografie herkommend transdisziplinär mit dokumentaristischen, wissenschaftlichen, kollaborativen und künstlerischen Methoden arbeitet. Zu sehen ist ein Objet trouvé, eine ­Brotscheibe, die eingefasst in Kunstharz auf eine eingerahmte Fläche mit Bauschutt gelegt worden ist. Derart präpariert und konserviert wirkt das Artefakt wie ein Relikt der Zukunft, das dereinst gefunden und ausgestellt sein wird. Der QR-Code führt zu einem Text, der die persönliche Erfahrung mit handgemachtem, «authentischem» (Sauerteig-)Brot poetisch mit der archäologischen experimentellen Rekonstruktion eines 5500 Jahre alten Brotes parallel setzt. Hinzu kommt der «Feldversuch» auf einem Stück Land, auf dem die Künstlerin Weizen zum Wachsen bringen will und wo auch die begleitende Veranstaltung ‹Cake Session #2› stattfinden wird. Baumgartners Work in Progress wird am Ende eine Auseinandersetzung mit dem Weizenhandel an der Börse und der Kulturgeschichte des Brotes als Nahrungsmittel beinhalten. In die Zukunft und ins Politische führt ihre Arbeit mit «crop diversity actors», die sich für eine demokratische, resiliente und letztlich zukunftsfähige Saatgut-Ökonomie einsetzen. Im kleinsten Kunstraum der Stadt Luzern entpuppt sich das Alltagsobjekt Brot als «Hyperobjekt», mit solch riesigen räumlichen und zeitlichen Dimensio­nen, dass es auf unheimliche Weise vertraut und fremd zugleich wird.

Bis 
17.06.2021
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Alexandra Baumgartner 15.04.202117.06.2021 Ausstellung Luzern
Schweiz
CH
Künstler/innen
Alexandra Baumgartner
Autor/innen
Michel Rebosura

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