Marie Griesmar, Mélia Roger, Paula König

Paula König · Installationsansicht Dietikon Projektraum

Paula König · Installationsansicht Dietikon Projektraum

Dietikon Projektraum, Fassade und Schaufenster

Dietikon Projektraum, Fassade und Schaufenster

Hinweis

Marie Griesmar, Mélia Roger, Paula König

Dietikon — Zum Rauschen und Plätschern der Limmat mischen sich Kirchenglocken, hämmernde Geräusche der am Fluss ansässigen Industrie und des durchrasenden Zugverkehrs. Das stört vielleicht das klassisch romantische Bild des Am-Wasser-Seins, gehört jedoch zur heutigen Realität fraglos dazu. Die raumfüllende Sound-Installation ‹Humeurs›, 2021, der französischen Künstlerin Mélia Roger (*1996) macht diesen Klangteppich für das Publikum der Ausstellung hörbar. Die 4-Kanal-Installation wird ergänzt durch vier Postkarten mit Erinnerungstexten der Künstlerin, die auf der Rückseite kartografisch am Flusslauf der Limmat verortet sind. Es sind gleichzeitig die Stellen, an denen die Aufnahmen der Soundinstallation entstanden sind.
Mit dem klingenden Namen ‹burble, gurgle, splash (settling at the river)› eröffnet der neue ‹Dietikon Projektraum› als Zwischennutzung in den Räumlichkeiten der ehemaligen Metzgerei am Kronenplatz. Die Schau widmet sich Wassergeschichten und Flusspolitiken und legt in diesem breiten Feld den Fokus auf urbane Wassersysteme. Mit einem forschenden Ansatz zum Jahresthema ‹Moving Cities› zeigt das Kuratorinnenteam Kim Anni Bassen, Desirée Hieronimus und Lourenço Soares als Auftakt der Ausstellung im Schaufenster historische Fotografien zur Limmatkorrektur um 1890, zu den Ausbaggerungen Ende des 20. Jahrhunderts und zur Renaturierung im Jahr 2004.
Die drei präsentierten künstlerischen Positionen thematisieren diese Schnittstelle zwischen Mensch und Fluss; so beispielsweise die grossformatige, auf Stoff gedruckte Malerei ‹Ein Versuch, eine Mauer zu bauen›, 2020, der Künstlerin Paula König (*1993). Sie nimmt Bezug auf das archäologische Gedächtnis des Flusses als Ort der Abhängigkeit und Kontrolle und erweitert dabei passend die von Marie Griesmar (*1992) platzierten Gesteinsbrocken der Arbeit ‹Die Reppisch›, 2021: Als architektonische Spuren wurden sie von der Künstlerin an gelben Nylonschnüren für längere Zeit in die Reppisch getaucht, um Prozesse der Erosion und Besiedelung von Flora und Fauna durch den Fluss zu beobachten. Ergänzend versinnbildlicht der auf dem Boden installierte Postkartenstapel ‹Viele Versuche, einen Fluss zu malen›, 2020, von König die Bewegungen und Strömungen des Wassers, wenn Besucher und Besucherinnen einzelne Karten in alle Himmelsrichtungen davontragen.

Bis 
30.05.2021
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Marie Griesmar, Mélia Roger, Paula König 17.04.202130.05.2021 Ausstellung Dietikon
Schweiz
CH

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