Nathalie Djurberg & Hans Berg

Nathalie Djurberg & Hans Berg · One last trip to the underworld, 2019, Stop-Motion-Animation, Musik, 3’55’’ © ProLitteris, Lisson Gallery

Nathalie Djurberg & Hans Berg · One last trip to the underworld, 2019, Stop-Motion-Animation, Musik, 3’55’’ © ProLitteris, Lisson Gallery

Hinweis

Nathalie Djurberg & Hans Berg

Luzern — Von der Hölle in den Himmel, so versteht sich das Setting der sechs Animationsfilme von Nathalie Djurberg im Kunstmuseum. In ‹One last trip to the underworld› (Musik: Hans Berg) balanciert gleich zu Beginn eine Trapezkünstlerin anmutig auf den Tentakeln eines Tintenfischs. Das Meerestier umgarnt die Tänzerin mit liebkosenden Umarmungen, die im lebensbedrohlichen Würgegriff enden. Die schwedische Künstlerin startete 2004 mit dem verstörenden und gleichzeitig witzigen Animationsfilm ‹Tiger licking a girl’s but› ihre Laufbahn, und fünf Jahre später wurde sie als Nachwuchskünstlerin an der Venedig Biennale mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Ängste, Sexualität, Gier, Zerstörung und gruseliger Humor bestimmen seither ihre Figuren, die dank Stop-Motion-Technik durch ihre surrealen Welten zuckeln. In Luzern gehen Leinwandtüren auf, vor denen sexuell ausgehungerte Krokodile warten, Machos in Ledermontur Zigaretten rauchen und Bischöfe Weihrauchkessel schwingen (‹One need not be a house. The brain has corridors›). Und wer bei ‹This is heaven› glaubt, im Himmel zu sein, weil sich ein Bettler zum raffgierigen König krönt, täuscht sich: Die Sträflingskugel glänzt zwar golden, aber das Fussgelenk, an dem sie hängt, erweist sich als Blutklumpen. Im Himmel ist die Hölle los. 

Bis 
19.06.2022

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