Sudō Reiko

Sudō Reiko · Making Nuno, 2022, Textilmuseum St. Gallen. Foto: Johannes Stieger

Sudō Reiko · Making Nuno, 2022, Textilmuseum St. Gallen. Foto: Johannes Stieger

Hinweis

Sudō Reiko

St. Gallen — Eine Skizze steht am Anfang. Mit Filzstift sind Muster in ein Büchlein eingezeichnet, Seite um Seite, bis aus deren Fülle ein Entwurf auf Millimeterpapier übertragen wird und ein farbiger Computerausdruck die Auswahl der Farben unterstützt. Mit Akribie bereitet die japanische Textildesignerin Sudō Reiko ihre Arbeit am Jacquard-Webstuhl mit den 882 Garnspulen vor, denn erst am gewobenen Stoff zeigt sich, ob die Ideen auch auf dem grossen Tuch wirken. Und ‹Stoff› ist hier nicht einfach Stoff: Er kann hauchzart durchscheinen oder blickdicht abschliessen, schwarz verhüllen, bunt tanzen oder in tiefem Indigo leuchten. ‹Nuno› – japanisch für ‹Tuch› – ist eine Kunst, bei der Textilien die Sprache sind und Geschichten erzählen. Das tun sie durch ihr Design oder ihre Herstellung, in die Rohstoffe aus der Seidenproduktion ebenso einfliessen wie Versuche mit Thermoplastik, in der laute Maschinen rattern und die Qualitätskontrolle in absoluter Stille erfolgt. Die in vier Räumen im Textilmuseum aufgebauten grossformatigen Installationen von Saitō Reiko erlauben faszinierende Einblicke in die alte Kunst des (Hand)webens und das Werk von Sudō Reiko, die sich auch der Ätzstickerei widmet, einer in der Ostschweiz entwickelten Textiltechnik. Die japanische Botschaft übernahm das Patronat der mit dem CHAT/Centre for Heritage, Art and Textile Hong Kong und dem Japan House London konzipierten Schau; Kuratorin ist Mizuki Takahashi (CHAT) und Saito Seiichi hat die künstlerische Leitung inne. 

Bis 
18.09.2022

→ Textilmuseum; bis 18.9.; Katalog bei issuu ↗ www.textilmuseum.ch ↗ issuu.com

Institutionen Land Ort
Textilmuseum Schweiz St. Gallen
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Sudō Reiko – Making Nuno 12.03.202218.09.2022 Ausstellung St. Gallen
Schweiz
CH
Künstler/innen
Sudō Reiko
Autor/innen
Thomas Schlup

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