Sven Drühl im Museum am Ostwall

Hinweis

Sven Drühl im Museum am Ostwall

In der aktuellen Studio-Ausstellung präsentiert das Museum am Ostwall zirka zehn grossformatige Arbeiten des in Essen lebenden Künstlers und Theoretikers Sven Drühl aus den Jahren 2001–2002. Den Gemälden von Sven Drühl ist gemein, dass sie allesamt die Malerei selbst thematisieren (ihre Stellung bzw. ihren Sinn und Zweck im zeitgenössischen Kunstkontext), aber auch malereiinterne Fragen nach Machart und Material behandeln. Somit sind sie im Bereich der konzeptuellen Malerei anzusiedeln, wobei das Gewicht auf der Bearbeitung von bereits vorhandenen Bildlichkeiten (Teppiche, Testbilder, Glanzbilder, etc.), in den aktuellen Serien sogar auf Bildern der Kunstgeschichte und zeitgenössischen Kunst liegt. Die Arbeiten stehen einerseits im Kontext der Appropriation Art, andererseits gehen sie darüber hinaus, denn durch die Verwendung von Silikon-Konturlinien als holzschnittartige Trennung kommt es zu einer Neutralisierung des ausgewählten Vorbildes und durch den speziellen Einsatz von Lacken und Ölfarben schliesslich zu einer malerischen Neugestaltung. Drühl spielt die Ölfarbe gleichsam gegen den Industrielack aus. Durch eine Vorzeichnung aus Silikon entstehen Flächen, die grösstenteils in Lack gegossen sind. Dabei tritt der Malakt in den Hintergrund, die Lackfarben laufen ineinander und formen so Teile des Motivs wie etwa Himmel, Seen oder Berge. Diese werden durch vereinzelte Flächen mit pastos aufgetragener Ölfarbe kontrastiert. So entstehen lebendige Oberflächen, die je nach Lichteinfall matte Struktur oder hochglänzende, emailartige Beschaffenheit aufweisen. Die Bilder operieren als Kunst über Kunst. Sie sind gleichzeitig ernst gemeintes, schönes Bild und distanzierter Kommentar. In den neuen Gemälden transformiert und interpretiert Sven Drühl Gemälde von Caspar David Friedrich, Felix Bürgers, Claude Monet und Ferdinand Hodler. Es stehen aber auch zeitgenössische Bilder etwa von Stefan Kürten oder Eberhard Havekost Pate. Die Neuinszenierungen erzählen vom Bestreben, die Malerei mit dem Mittel der Wiederholung neu zu erfinden, sie ganz im Sinne der Pop- und Technotheorie zu remixen.
Bis 21.7.

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