Elizabeth Cooper in der Galerie Schmidt Maczollek

Elizabeth Cooper · 2005, Öl und Email auf Leinwand, 152 x 1183 cm, Courtesy Galerie Schmidt Maczollek, Köln

Elizabeth Cooper · 2005, Öl und Email auf Leinwand, 152 x 1183 cm, Courtesy Galerie Schmidt Maczollek, Köln

Besprechung

Kraftvoll und sinnlich tritt die Malerei von Elizabeth Cooper auf. Die farbenfrohen abstrakten Kompositionen stecken voller Bildwitz und zeugen von der Lust an einer Malerei, die das Auge unmittelbar erreicht. Für die New Yorker Künstlerin ist es die zweite Einzelausstellung in den Räumen der ehemaligen Galerie Rolf Ricke, die die langjährigen Mitarbeiterinnen Anke Schmidt und Iris Maczollek vor wenigen Monaten übernommen haben.

Elizabeth Cooper in der Galerie Schmidt Maczollek

Amorphe Flecken, kontrastreich in der Farbe und im Ansatz zur Formwerdung, halten die Struktur der Bilder lebendig. Elizabeth Cooper (*1972) arbeitet mit dem Pinsel, sie tropft, kleckst, verspritzt Farbe auf der Leinwand oder lässt sie verfliessen. Doch erscheinen ihre Arbeiten nur auf den ersten Blick chaotisch. Der Reiz des Kleckses, des scheinbar Zufälligen, verschmilzt stets mit einem Willen zur Komposition: Aus einem Ballungszentrum, am Bildrand verankert, schiessen Farbfontänen hinauf in den Bildraum, verteilen sich, fliessen wieder herunter, behindern oder stützen sich gegenseitig. Pastose Flecken in satter Materialität stehen neben dünn aufgetragenen Farbflächen. Zart getönte Bildgründe hinterfangen und beruhigen die eruptionsartigen Farb- und Formgebilde, die sich in ständiger Bewegung und Zwiesprache miteinander zu befinden scheinen.

Coopers Bilder wirken wie Geschichten - über Begegnungen auf der Leinwand, die Möglichkeit, Form zu werden, über Freiheit und Grenzen der Farbe. Sie sind Erzählungen von den formgebenden Kräften der Malerei. Gleichzeitig bekommt das Material selbst, bekommen die einzelnen Bildelemente einen Charakter. Hinter der taktilen Oberfläche der Malerei scheinen vielerlei Bilder auf. So vertraut wirken die Situationen, als erzählten sie Geschichten über die menschliche Natur: Träge verharrt ein sattes Grün, vorwitzig schiebt sich ein Pink nach vorn, lautstark machen ein Gelb und ein Weiss gemeinsam auf sich aufmerksam, schwerfällig und zugleich selbstbewusst erscheint das helle Blau.

Auch wenn sich zahlreiche Bezüge zur Kunst des 20. Jahrhunderts ziehen liessen, von Pop-Art, Comic- und Werbeästhetik bis zu Color-Field-Painting und Abstraktem Expressionismus, verbirgt sich hinter Coopers Malerei alles andere als ein kühles Konzept. Ihr Hauptinteresse gilt der Arbeit mit der physischen Beschaffenheit der Oberfläche, die sie mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Humor zu einer eigenen Form abbildloser Figürlichkeit zu vereinen weiss. Mit Katalog mit Texten von Ingrid Calame, Konrad Bitterli und David Reed.

Bis 
29.07.2005
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
DAM Deutschland Köln
Künstler/innen
Elizabeth Cooper
Autor/innen
Magdalena Holzhey

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