Guillaume Leblon im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

Guillaume Leblon · Villa Cavroix, 2000, Filmstills, 16 mm Film, Farbe,
9 Min.

Guillaume Leblon · Villa Cavroix, 2000, Filmstills, 16 mm Film, Farbe,
9 Min.

Hinweis

Guillaume Leblon im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

Die Werke des französischen Künstlers Guillaume Leblon (*1971) sind pointierte, poetische Raumsetzungen, die sich aus subtilen Verweisen auf abstrakte Tendenzen der Moderne, der Minimal und Land Art, Konzeptkunst oder modernistischen Architektur speisen.
In Leblons erster Einzelausstellung in Deutschland zeigt der Kunstverein in Düsseldorf sowohl ältere wie auch eigens für den Ort entwickelte Arbeiten. Leblons Interesse gilt architektonischen Formen und Utopien, der Wahrnehmung des Raumes, dem Nachspüren offener oder verborgener Strukturen seiner Umgebung. In diesem Sinne sind seine Arbeiten als Ortsbegehungen zu verstehen, die Details des Gesehenen akzentuieren, verschieben, weiterentwickeln. Ein geschlossener Kubus schiebt sich aus dem Ausstellungsraum durch die Wand ins Foyer hinein. Seine Gipswände sind zertrümmert und aus den Bruchstücken wieder zusammengesetzt worden. Als nachvollziehbare, körperliche Eroberung des Raumes ist die Skulptur gleichzeitig Reminiszenz an Geschichte und Architektur des Betonkubus der 1967 errichteten Kunsthalle.
Erinnerung und Erzählerisches mischen sich in Leblons Arbeiten, melancholische Aspekte mit humorvoller Distanz. Wie eine Fussnote ist ein 16-mm-Film auf eine für den Kunstverein entworfene, raumgliedernde Struktur projiziert. Er zeigt einen Gang durch die Ruine der in den Dreissigerjahren im Bauhaus-Stil errichteten legendären Villa Cavroix im Morgenlicht, in dem sich des Künstlers Faszination für die formale Schönheit von Architektur mit nahezu romantischer Evokation des Vergangenen mischt. Zur Finissage erscheint ein Katalog.

Bis 
26.08.2006

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