Estuaire etc.: Sommer-Festivals in Frankreich

Pierre Oréfice & François Delarozière · Elefant, Île de Nantes, 2007, Höhe 12 m, Gewicht 40 Tonnen, trägt 35 Personen, mit Trompete und Staubgebläse

Pierre Oréfice & François Delarozière · Elefant, Île de Nantes, 2007, Höhe 12 m, Gewicht 40 Tonnen, trägt 35 Personen, mit Trompete und Staubgebläse

Hinweis

Estuaire etc.: Sommer-Festivals in Frankreich

Der französische Kunstsommer bietet dieses Jahr ein reichhaltiges Angebot. Entlang der Loire und in den beiden Städten Nantes und Saint-Nazaire garantieren eine ausgezeichnete Auswahl und starke Kunstorte hohe Qualität.
Gerade wurde «Life» ein neuer Kunstort auf 2000 qm in einem der U-Boot-Bunker von Saint-Nazaire eingeweiht, schon dient ein Bunkerabschnitt Edwin van der Heide im Rahmen des Festivals «Estuaire» (Flussmündung) als Szene für eine Licht- und Sound-Installation. Derweil erweitert Felice Varini mit einer optisch trügerischen Raum-Zeichnung den Blick auf den Hafen von Saint-Nazaire. Im international renommierten Kunstzentrum «Grand Café» verteilt Minerva Cuevas Mineralwasser einer bekannten französischen Marke. Statt des gewohnten Markennamens steht, in gleichem Design, «égalité» auf der Etikette. Ein Schlagwort der französischen Republik, das für die Dezentralisierung der Kunst noch nicht gilt. Dennoch, wie das Festival zeigt, muss es nicht immer Paris sein. In Nantes bespielt Ange Leccia den legendären «Lieu unique», ein Kunstzentrum in einer ehemaligen Keksfabrik, sowie den Tunnel Saint-Félix mit einem filmisch experimentellen Werk. Das Musée des Beaux-Arts zeigt Anish Kapoor. Künstler wie Yan Pei-Ming oder Daniel Buren, diesjähriger Kurator des französischen Venedig-Biennale-Pavillons, entdecken alte Industriebauten auf der Île de Nantes, inmitten der Loire. Ein alter Bananen-Hangar dient hier der Frac des Pays de la Loire als Ausstellungsort. Und vom eigens verkehrenden Schiff aus sind grosse Arbeiten an den Ufern der Loire zu sehen, darunter Installationen von bekannten Künstlern wie Julius Popp, Jeppe Hein oder Erwin Wurm.
Wen es eher ans milde Mittelmeer zieht, der kann während des Festivals «Dialogues méditerrannéens» in Saint-Tropez 85 Künstler aus 16 Ländern rund ums Mittelmeer in sieben verschiedenen Kunstorten sehen. Bis 15.10.
Für alle anderen Frankreich-Touristen bieten erstmals 37 französische Kunstzentren von Altkirch über Grenoble bis Nizza unter dem Titel «pralle Sonne» ein sommerliches Sonderprogramm mit allerlei Sehenswertem an. Kunst als Tourismus-Motor: Das ist nicht neu und führt gern zu traurig plakativen Veranstaltungen. Für diesen Sommer allerdings zeigt die französische Provinz, während die Kapitale ausgestorben in der Hitze brütet, dass
sie oft zu Unrecht übersehen wird.

Bis 
31.08.2007

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