«Gaza, à la croisée des civilisations» im Musée d'Art et d'Histoire

Taysir Batniji · Pères, 2006, © ProLitteris, Zürich

Taysir Batniji · Pères, 2006, © ProLitteris, Zürich

Hinweis

«Gaza, à la croisée des civilisations» im Musée d'Art et d'Histoire

1980 wurde bei Grabungsarbeiten unter der Genfer Kathedrale eine Amphore aus dem 5. Jh. n. Chr. aus Gaza gefunden. Damals hatte man sich wohl kaum vorgestellt, dass dieses Gefäss, in dem Wein aus dem zu jener Zeit von Byzanz beherrschten Küstenstreifen an die Rhone transportiert worden war, eines Tages im Musée d?Art et d?Histoire am Anfang einer Ausstellung mit archäologischen Funden aus Gaza stehen würde. Denn ob der tragischen Nachrichten, die uns täglich aus dem Nahen Osten erreichen, geht ganz vergessen, dass diese Region am einzigen Landweg zwischen Afrika und Asien seit 3500 v. Chr. durch eine wechselvolle, kulturell reiche Geschichte geprägt wurde. Die Genfer Ausstellungsmacher sehen in der Offenlegung der Vergangenheit eine Chance für die Zukunft und hoffen, dass die wertvollen Objekte einst in einem Museum in Gaza der palästinensischen Bevölkerung zugänglich gemacht werden können. Mit einem vielfältigen Rahmenprogramm will man zudem aufzeigen, dass trotz aller widrigen Umstände auch im Gaza von heute eine Kunstszene existiert. So sind im Musée d?Art et d?Histoire zwei eindrückliche Werkreihen des 1966 in Gaza geborenen Künstlers Taysir Batniji zu sehen: Im Treppenhaus wurde eine Diaschau über Hausmauern in seiner Heimatstadt installiert - stumme Zeugen eines nun schon Jahrzehnte andauernden Konflikts -, im Hof eine Reihe von Fotos von meist ärmlichen Geschäften und Handwerkerateliers, deren Inhaber in Gestalt gerahmter Porträts allgegenwärtig sind. Daneben hängen Schwarzweiss-Aufnahmen des Franzosen Olivier Coret (*1972), der seit sieben Jahren regelmässig in Palästina unterwegs ist.

Bis 
06.10.2007

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