«Zwischen zwei Toden» im ZKM, Karlsruhe

Elín Hansdóttir in Zusammenarbeit mit Darri Lorenzen, Nick Neulant/Axel van Exel, Anne Kockelkorn, Untitled (Nafnlaust), 2005, Installation, Sperrholz, 70 Glühbirnen, 24 Lautsprecher, Grösse variabel, Foto: Gudmundur Ingólfsson, Courtesy die Künstlerin

Elín Hansdóttir in Zusammenarbeit mit Darri Lorenzen, Nick Neulant/Axel van Exel, Anne Kockelkorn, Untitled (Nafnlaust), 2005, Installation, Sperrholz, 70 Glühbirnen, 24 Lautsprecher, Grösse variabel, Foto: Gudmundur Ingólfsson, Courtesy die Künstlerin

Hinweis

«Zwischen zwei Toden» im ZKM, Karlsruhe

Zwei der Kuratoren der Berliner RAF-Ausstellung vor drei Jahren, Ellen Blumenstein und Felix Ensslin, warten mit einer äusserst schmerzhaften Gesellschaftsanalyse auf: Als Gäste im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) fragen sie mit ihrer Themenschau «Zwischen zwei Toden» nach dem Zustand zeitgenössischer Subjektivität. Ausgangspunkt war nach Ensslin die These, dass «in einer Situation, in der jeder einzelne ständig aufgerufen ist, sich flexibel neu zu erfinden, kein Zustand einer Verortung erreicht werden kann». Die Folge sei ein Zustand der Agonie, des partiellen Todes, den es zu überwinden gilt. Theorielastige Künstler wie Jutta Koether, Sue de Beer und John Miller bleiben mit ihren Arbeiten nahe an der Illustration. Neue Energien mobilisiert hingegen die Malerei von Barnaby Furnas oder die Klang-Installation von Elin Hansdottiír. Walead Beshty und Dan Graham suchten mit der Kamera verlassene Shopping-malls auf. In der Ödnis der Konsum-Ruinen spiegelt sich die Leere des westlichen Lebensstils wider. Breiten Raum nehmen Fragen der Sexualität und des Geschlechts ein. Sexualität wird, so Ensslin, verstanden als «Begriff dafür, dass jenseits der religiösen, der sozialen und der gesetzlichen Formen ein Exzess da ist, den zu verleugnen unsere Gesellschaft sehr viele Mittel findet». Die Warenwelt, Formen neuer Religiosität und die Therapiekultur werden entlarvt als Surrogate des eigentlichen Lebens. Der Katalog mit Aufsätzen von André Rottmann und Slavoj Zizek (u.a.) ist leider nur in englischer Sprache zu haben.

Bis 
18.08.2007

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