Priska Oeler

Priska Oeler · fire, 2008, Öl auf Leinwand, 110 x 65 cm.?Foto: Egon Hungerbühler

Priska Oeler · fire, 2008, Öl auf Leinwand, 110 x 65 cm.?Foto: Egon Hungerbühler

Hinweis

Priska Oeler

Die Wand ist voll von Feuer. Das ehemalige Refektorium im Kloster St. Katharinen ist zu einer «Firewall» geworden, die sich aus Feuern ganz unterschiedlicher Arten zusammensetzt und in ihrer Individualität eine Serie von gemalten Feuerporträts bildet. Seit einigen Jahren sammelt Priska Oeler (*1961) Feuerfotos, Abbildungen, die ihr als Vorlage für die Ölmalereien dienen, auch als Vorwand, dem Auftrag von Farbe auf einen Träger in konzeptioneller Dichte und zügigen Pinselhieben nachzukommen. Dabei interessieren sie die verschiedenen Bedeutungsebenen genauso wie die kunsthistorischen Zusammenhänge oder die Übersetzung des Motivs in pure Malerei. Die Assoziationen reichen vom reinigenden Fegefeuer, in welchem geldgierige Wucherer stellvertretend für einen verfehlten Kapitalismus schmoren, bis zur Firewall, einem Computerschutz vor ungeliebten Viren. So steckt Oeler mit den flammenden, rauchenden, verzehrenden Feuern ein überraschend aktuelles Feld ab zwischen Macht und Ohnmacht, Angst und Vergnügen, Wärme und Tod. Feuer zieht an. In ihren in Petersburger Hängung installierten Feuerbildern zeigt Priska Oeler keine Überblickssituationen, sondern geht mit dem Blick so nah an die Gefahr, dass nur noch Farben übrig bleiben. Erst im Abstandnehmen wird das Ausgangsmotiv erkannt.

Bis 
12.09.2009
Autor/innen
Ursula Badrutt Schoch
Künstler/innen
Priska Oeler

Werbung