Der leere Raum

ohannes Rochhausen · Atelier, 2009, Öl und Eitempera auf Leinwand, 190 x 270 cm

ohannes Rochhausen · Atelier, 2009, Öl und Eitempera auf Leinwand, 190 x 270 cm

Hinweis

Der leere Raum

Leere Räume sind in der Kunst seit der Moderne semantisch aufgeladene Räume. Im Kunstraum ohne Kunst, wie ihn Yves Klein erstmals 1958 vorstellte, werden die Erwartungen des Publikums auf sich selbst zurückgeworfen. Die Kunsthalle Bern widmete den leeren Räumen vor zwei Jahren eine Retrospektive. Im Kunsthaus Interlaken interpretiert nun der Kurator Heinz Häsler den leeren Raum als leicht melancholischen Stimmungsraum. Gemalte Interieurs vom Maler Niklaus Stoecklin (1896-1982) über Varlin (1900-1977) und Heiner Kielholz (*1942) bis zum Neo-Rauch-Schüler Johannes Rochhausen (*1981) zeigen spärlich möblierte Ateliers, kahle und oft kühle Räume, die es, zumindest im übertragenen Sinne, mit Kunst zu füllen gilt. Auf eine romantische bildhafte Weise klingt hier die Frage nach den Bedingungen der Kunstproduktion an. Als leer im Sinne von offen, mit Bedeutung zu füllen, wird auch der Naturraum gedacht. So baut der in Bern lebende George Steinmann (*1950) in Saxeten eine Fussgängerbrücke und eine Klause, die Wanderer in besinnliche Leere führen. Die dreiteilige Intervention ‹Das Werk Saxeten›, 2002-2006, die durch eine Fotoserie abgerundet wird, nimmt eine zentrale Position in der Ausstellung ein und wird erstmals umfassend im Kanton Bern präsentiert.

Bis 
20.08.2011

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