Nul si découvert

Bas Jan Ader · I'm too sad to tell you, 1971, Filmprojektion. Courtesy Museum Boijmans, Rotterdam

Bas Jan Ader · I'm too sad to tell you, 1971, Filmprojektion. Courtesy Museum Boijmans, Rotterdam

Hinweis

Nul si découvert

Der Kurator als Kunst-DJ: Seine Einflussnahme bleibt, trotz aller Professionalisierung, problematisch. Avancierte Kuratoren diskutieren auch in Frankreich, im neuen Verbund ‹C.E.A.›, Aufgaben, Ziele und Methoden des Kuratierens. In Le Plateau stellt Guillaume Désanges jetzt mit dem vierten und letzten Teil von ‹Érudition concrète› die Beziehung von Kunst und Wissen dar. Statt eine kunsttheoretische These zu illustrieren, sortiert er Arbeiten von Marcel Duchamp oder Coop Himmelb(l)au, Rémy Zaugg oder Eric Baudelaire, Ceal Floyer oder Alighiero Boetti zum visuellen Thinktank. In ‹Nul si découvert› (nach Öffnen ungültig) geht es um Unzugänglichkeit und Veränderlichkeit des Wissens durch Darstellung. Bas Jan Ader weint in seinem emblematischen Video von 1971 ‹I'm too sad to tell you› vor der Kamera, ohne weitere Erklärung. Mit Dora Garcías ‹The Locked Room›, 2002-2009, kombiniert, manifestiert das Video ein Grundproblem aller Darstellung - die Aufhebung ihres Gegenstandes. García verschliesst einen Raum in der Ausstellung, erklärt ihn per Beschriftung als unzugänglich. Wird die Tür geöffnet, ist das Kunstwerk zerstört. Durch solche Kombinationen richtet Désanges den Sinnprozess des Einzelwerks neu ein. Und gibt, zwischen Enthüllen und Verbergen, eine treffende Allegorie für die Aufgabe des Kurators.

Bis 
06.08.2011

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