Rémy Markowitsch

Rémy Markowitsch · We Are Family 02/03, 2010; Emma's Gift, 2011, Hilfiker Kunstprojekte, Luzern/Galerie Eigen+Art, Berlin

Rémy Markowitsch · We Are Family 02/03, 2010; Emma's Gift, 2011, Hilfiker Kunstprojekte, Luzern/Galerie Eigen+Art, Berlin

Hinweis

Rémy Markowitsch

Der in Berlin lebende Schweizer Rémy Markowitsch setzt sich in ‹Liquides noirs› einmal mehr mit einem Roman Flauberts auseinander. Nach ‹Bouvard et Pécuchet› in ‹Bibliotherapy›, 2002/03, fokussiert er diesmal auf ‹Madame Bovary›. Die entscheidende Stelle findet sich gegen Ende des Romans: Eine «schwarze Flüssigkeit» ergiesst sich als giftiger Schwall aus dem Mund der toten Emma. Markowitsch gestaltete Flauberts kaum lesbaren Original-Schriftzug zur dunklen, giftig glänzenden Wandskulptur. Eine schwarze Flüssigkeit ergiesst sich ferner vom Mund einer Flaubert-Büste in jenen der Rocksängerin Emanuela Hutter (oder umgekehrt), während ein kleiner Bronzefrosch Tinte auf ein an die Wand geheftetes und täglich ausgewechseltes Papier spukt. Der Frosch ist eine Nachbildung von Flauberts originalem Tintenfass. Alles in allem eine für Markowitsch typische Verschmelzung von Kunst, Literaturerlebnis, Kultur- und Gesellschaftskritik, in der sich Ironie und Ernsthaftigkeit die Hände reichen. Müssen wir mit Flauberts Werk vertraut sein? Nein, denn es sind ja ganz verschiedene Zugänge möglich. All die Ränkespiele wird aber umso mehr geniessen, wer um Emma, Rodolphe und den Giftmischer-Apotheker Homais weiss. Ansonsten: Warum nicht nach dem Ausstellungsbesuch zum Jahrhundert-Roman greifen?

Bis 
07.07.2011
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Rémy Markowitsch 28.05.201108.07.2011 Ausstellung Luzern
Schweiz
CH
Künstler/innen
Rémy Markowitsch
Autor/innen
Niklaus Oberholzer

Werbung