‹Météorologie mentale›

Météorologies mentales, Sammlung Andreas Züst, 2012. Foto: Marc Domage

Météorologies mentales, Sammlung Andreas Züst, 2012. Foto: Marc Domage

Hinweis

‹Météorologie mentale›

Das Pariser Kunstpublikum ist glatte Oberflächen gewöhnt. Die rauen Olivier Kaeser und Jean-Paul Felley gern mit Schweizer Spezialitäten auf. Mit ‹Météorologie mentale› zeigen sie nun, wie der Meteorologe und Sammler Andreas Zuest die Kunstentwicklung seiner Zeit erfasste. Statt repräsentative Symbol-werte suchte er freundschaftliche Zuwendung, um andere Blickweisen auf die Welt zu finden. 1'500 Werke sind seit Ende der Siebzigerjahre zusammengekommen, nach seinem Tod (2000) gingen sie an das Aargauer Kunsthaus, wurden mit einer ersten Präsentation 2009 weltweit bekannt. Viele der Pariser Besucher fasziniert der Kosmos Zuest, «wegen seines frechen, unbotmässigen Charakters» mit ironisch-üppigen, gegenständlich-surrealen Werken von Künstlern wie Ian Anüll, Andreas Dobler, Dieter Roth oder Alex Hanimann. Gut ausgewählt sind die Frühwerke von H.R. Giger oder von David Weiss, dessen Sonderpräsentation bedauerlicherweise zur postumen Hommage geraten ist. Als «seltenen Vogel, der die Herzen der Ornithologen zeitgenössischer Kunst höher schlagen lässt», beschreibt Julie Portier Zuest im Quotidien de l'art. Begeistert bemerkt sie die Grosszügigkeit zwischen Künstlern und Sammler, «besonders sympathisch» sei dabei «die Ambiguität zwischen Jubel und Kritik der Pop-Kultur». Die genau, darf man hinzufügen, kann der Pariser Kunstzirkus brauchen.

Bis 
14.07.2012
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Météorologies mentales 12.05.201215.07.2012 Ausstellung Paris
Frankreich
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