Estefanía Peñafiel Loaiza und Thu Van Tran

Thu Van Tran · Résidus, Ilfochrome-Drucke, Reproduktion von Fotogrammen, 2013, 52x72 cm. Foto: M. Serra

Thu Van Tran · Résidus, Ilfochrome-Drucke, Reproduktion von Fotogrammen, 2013, 52x72 cm. Foto: M. Serra

Estefanía Peñafiel Loaiza · Sismographies, 2. entrenerfs, 2013, 353x75,5x86,5 cm.
Foto: M. Serra

Estefanía Peñafiel Loaiza · Sismographies, 2. entrenerfs, 2013, 353x75,5x86,5 cm.
Foto: M. Serra

Hinweis

Estefanía Peñafiel Loaiza und Thu Van Tran

Acht Kilometer östlich von Genf lädt das Kunstzentrum La Villa du Parc seit 1986 oft französische Künstler auf 300 qm Ausstellungsfläche zum ortsbezogenen Experiment ein. Jetzt erhalten im Rahmen der Serie ‹Two for Tea› zwei in Paris lebende Künstlerinnen Raum: Estefanía Peñafiel Loaiza (*1978, Quito, Ecuador) und Thu Van Tran (*1979, Ho- Chi-Minh-Stadt, Vietnam). Beide behandeln mit kräftiger konzeptueller Bildsprache durch Installationen und Lichtbilder, was im Prozess der Deplatzierungen, Übertragungen und Aufzeichnungssysteme verloren geht. Peñafiel Loaiza stellt mit ‹Sans titre (figurants)›, eine bereits vom nationalen französischen Kunstfonds angekaufte Vitrine ins Erdgeschoss der Villa: 500 Phio­len voll Radierstaub. Reste von Ausradierungen, die sie seit 2009 in Zeitschriften vornimmt, wie zum Beweis unter die Vitrine gehängt. Die seit Robert Rauschenberg produktive Geste der Auslöschung hebt hier jene anonymen Personen hervor, die in den Fotos illustrierter Zeitschriften wie Statisten gesellschaftlicher Realität auftreten. Dieser Spurensicherung im Verschwinden korrespondieren Thu Van Trans Fotogramme ‹Digressions autour de l'éruption du Mont Pelée› im grossen Saal der ersten Etage, Teil einer Serie, die sich mit Joseph Conrads Afrika-Roman ‹Heart Of Darkness› befasst, den die Künstlerin in einer durch verschiedene Sprachen gefalteten Übersetzungsbewegung frei ins Französische übertragen hat. Die Fotogramme zeigen, unterschiedlich belichtet, langsam verdunkelnd dasselbe Motiv des explodierenden Vulkans. Auf ähnliche Weise korrespondieren verkohlte, mit Wachs überzogene Bücher oder mit heissem Wachs geschwärztes, abgerolltes Thermopapier (Peñafiel Loaiza) mit Fotogrammen von Abfällen aus dem Künstleratelier oder billigen Tourismus-Plakaten von China, die auf der Terrasse des Kunstzentrums langsam vom Sonnenlicht gelöscht werden (Van Tran). Ein gelungener Dialog, der die Frage aufwirft, wie viel Gedächtnis ästhetische Form zulässt. Und wie viel sie aufhebt.

Bis 
12.07.2013
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Villa du Parc Frankreich Annemasse
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Estefania Peñafiel Loaiza, Tu Wan Tran 17.05.201313.07.2013 Ausstellung Annemasse
Frankreich
FR

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