Dominique Koch

Dominique Koch · Beyond Chattering and ­Noise, 2015. Foto: Simon Letellier/CCS

Dominique Koch · Beyond Chattering and ­Noise, 2015. Foto: Simon Letellier/CCS

Hinweis

Dominique Koch

‹Language is a virus› - das Motto von William S. Burroughs Cut-up-Technik besang Laurie Anderson 1986. Dominique Koch (*1983), ist angesteckt vom Virus. Seit ihrem Abschluss an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig 2011 arbeitet die Luzernerin mit Typografie und Schrift. Es gibt Echos zu konkreter Poesie, Oulipo, Kurt Schwitters. Es geht um Grenzen der Sprache, ihr Visuelles, den Wandel des Symbolischen im Zeitalter der Bilder. Allerdings, so der Titel, sucht sie pure Sprache, wie sie die Schrift suggeriert, «beyond chattering and noise». Entsprechend puristisch die Installation: Worte und Sätze auf dunklen Folienstreifen teilen als Vorhang den Saal. Links ein Plakat, rechts ein Bildschirm, auf dem Mikroskop-Bilder erscheinen, merkwürdige Zellen, schlüpfrige Papillen. Dazwischen Text, teils dramatisch vorgetragen, vor sonorem Ambient-Sound. Von Sprache als Weltkapital ist da die Rede, von Wissen als Rohstoff, Aufmerksamkeit als wertvollem Gut. Kapitalisiert das Immaterielle! In der an neoliberale Luxusboutiquen erinnernden Pariser Installation drängt sich das Unbewusste der Sprache auf. Sie sagt mehr, als dem Sprecher lieb ist. Kochs Arbeit gruppiert viele Wörter um eine leere Mitte, kontrolliert ihr Kapital an Aufmerksamkeit durch strenge Inszenierung. Was fehlt, tritt auf, vielleicht ganz ungewollt: der Besucher, das Gegenüber als Gesprächspartner. In der cleanen Installation in Gestalt vieler schmutziger Fussabdrücke. Spuren, ohne Körper.

Bis 
11.07.2015
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Dominique Koch 29.05.201512.07.2015 Ausstellung Paris
Frankreich
FR
Künstler/innen
Dominique Koch
Autor/innen
J. Emil Sennewald

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