Mexikanische Grafik

Fernando Castro Pacheco · Aquiles Serdán y su familia inician en Puebla la revolución armada, 18 de noviembre de 1910, 1947, Linolschnitt auf grünlichem Papier, 27,1x40,1 cm, Courtesy Kunsthaus Zürich

Fernando Castro Pacheco · Aquiles Serdán y su familia inician en Puebla la revolución armada, 18 de noviembre de 1910, 1947, Linolschnitt auf grünlichem Papier, 27,1x40,1 cm, Courtesy Kunsthaus Zürich

José Guadalupe Posada · Calavera revolucionaria, 1900-1913, Zinkätzung, 34,5x23 cm, Courtesy Kunsthaus Zürich

José Guadalupe Posada · Calavera revolucionaria, 1900-1913, Zinkätzung, 34,5x23 cm, Courtesy Kunsthaus Zürich

Hinweis

Mexikanische Grafik

Die anmutige junge Frau mit halbgeschlossenen Augen, langem schlankem Hals und ausladender Kopfbedeckung mit darauf liegenden Leguanen wirkt betörend. Mit der Darstellung der Familie Serdan, deren bewaffnete Mitglieder aus den Fenstern ihres Schlafzimmers feuern - so die Szene auf einem anderen Blatt -, hält Fernando Castro Pacheco (1918-2013) die Anfänge der Mexikanischen Revolution von 1910 fest. Rund fünfzig Werke hat die Kuratorin Milena Oehy aus dem mehrere hundert Blätter umfassenden Bestand der Grafischen Sammlung des Kunsthauses Zürich ausgewählt - ursprünglich eine Schenkung in den Achtzigerjahren des Schweizer Fotografen Armin Haab (1919-1991). Die Grafiken, von denen viele erstmals in der Schweiz zu sehen sind, halten die Entwicklungen Mexikos vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Siebzigerjahre fest, als die ersten abstrakten Kompositionen entstanden. Einzigartige Werke mit soziopolitischem und revolutionärem Gedankengut stammen aus der 1937 gegründeten Werkstatt der volkstümlichen Grafik, dem Taller de Grafica Popular. Die Editionen zeugen von der mexikospezifischen Schwarz-Weiss-Tradition im Holz- und Linolschnitt. Neben abstrakt-figurativen Kompositionen von Rufino Tamayo (1899-1991) oder Francisco Toledo (*1940) überwiegen figurative realistische Darstellungen von 27 Kunstschaffenden wie Leopoldo Méndez (1902-1969), Manuel Manilla (1830-1895) und José Guadalupe Posada (1852-1913). Zu den berühmtesten Werken zählen die Calaveras - sarkastische Skelettdarstellungen, in denen die mexikanische Elite während der Revolutionszeit verhöhnt wurde.
Eindringliche Blätter von Diego Rivera (1886-1957), José Clemente Orozco (1883-1949) oder David Alfaro Siqueiros (1896-1974) halten das Leben der indigenen Bevölkerung in seiner Härte, seiner Ungerechtigkeit, doch auch in seinen Traditionen und seiner Poesie fest. Diese als «los tres grandes» gefeierten Künstler gestalteten von den Zwanziger- bis in die Siebzigerjahre diverse Wandgemälde zu sozialen und politischen Themen. Sehr eindrücklich das Blatt von Mendez, der einen Blick in die Werkstatt von Posada wirft, wie er als Augenzeuge die Szene einer Strassenrevolte direkt in die Druckplatte stichelt. Als eher unpolitisch erweisen sich die abstrakten Werke, die als Synthese aus prähispanischer Kultur und internationaler Moderne zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache fanden.

Bis 
27.08.2017
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Mexikanische Grafik 19.05.201727.08.2017 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH

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