Alphabet der Sammlung — Ein Zauber von Anfang an …

Ueli Berger · Ruderboot, 2002, Wellkarton geschichtet, 63 x 387 x 390 cm. Foto: Philipp Hitz/SIK-ISEA

Ueli Berger · Ruderboot, 2002, Wellkarton geschichtet, 63 x 387 x 390 cm. Foto: Philipp Hitz/SIK-ISEA

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Otto Lehmann · Ohne Titel, 1984, Acryl auf Baumwolle, 143 x 190 x 4 cm. Foto: Philipp Hitz/ SIK-ISEA

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Otto Lehmann · Ohne Titel, 1984, Acryl auf Baumwolle, 143 x 190 x 4 cm. Foto: Philipp Hitz/ SIK-ISEA

Besprechung

Diese Ausstellung berührt: Die erste grosse Übersicht der Sammlung Peter und Elisabeth Bosshard im Rapperswiler Kunst(Zeug)Haus zeigt kurz nach dem Tod des Sammlers Kunst aus 47 Jahren von A bis Z. Persönlicher kann sich ein Überblick über ein halbes Jahrhundert Schweizer Kunst kaum gestalten.

Alphabet der Sammlung — Ein Zauber von Anfang an …

Rapperswil — Anfangs klingt es etwas schulmeisterlich: ein Sammlungsüberblick, der nach Begriffen in alphabetischer Reihenfolge geordnet ist? – Doch die Skepsis löst sich schnell in Luft auf, eigentlich schon beim ersten Bild der Ausstellung unter A wie Anfang. Man steht vor dem Startpunkt der Bosshard’schen Sammlung im Jahr 1971: Alex Sadkowskys ‹animal metaphysicum› (Zauberberg). Ein riesiger farbiger Berg türmt sich da vor einer winzigen Figur auf. Skizziert erscheint hier ebenso die unüberschaubare Vielfalt der zeitgenössischen Kunst wie die Fülle der heutigen Sammlung. Deren Highlights liessen sich an Namen wie Martin Disler, Roman Signer oder Chantal Michel festmachen. Dass es für Peter Bosshard eigentlich nur Highlights gab, vermittelt der Buchstabe P. Darunter sollte er seine ganz persönliche Auswahl präsentieren. An der Werkliste hatte er lange selbst gefeilt, bis sie eines Tages fertig auf dem Schreibtisch der Sammlungskuratorin, Petra Giezendanner, lag. Peter Bosshard hat sich selbst ein Denkmal gesetzt. Man spürt seine Nähe zum Puls der Schweizer Kunst. Nicht nur darin, dass die Bosshards von Beginn an immer aktuelle Werke der jeweiligen Künstler/innen ankauften. Das vitale Interesse für -eine forschende, humorvolle und authentische Kunst ist in der Sammlung lebendig. Heute darf das Publikum einem Parcours folgen, in dem es wie der Sammler selbst immer wieder Bezüge und Querverbindungen entdecken kann. Zwischen E für Einblicke, G wie Glas oder M wie Meta sind die verschiedensten Aspekte aufgefächert. Diese verbinden die Werke aber nur lose, ohne vorweg zu interpretieren. Hier lässt sich beispielhaft das ‹Ruderboot›, 2002, von Ueli Berger (1937–2008) unter W wie Wellkarton nennen. Das Boot aus Karton besitzt Ruder, die aus seinem Rumpf herausgeschnitten wurden: Es führt sich als Gegenstand selbst ad absurdum und kann gleichzeitig als Symbol für einige der grössten gesellschaftlichen Probleme gelten. So hängt sich auch der ‹Seitenwagen›, die Ausstellungsreihe junger Nachwuchskünstler/innen des Kunst(zeug)Hauses, spielend ein: Thi My Lien Nguyen (*1995, St. Gallen) ist die bisher jüngste Künstlerin im ‹Seitenwagen›. Als -Fotokünstlerin hat sie bereits ein dichtes biografisches Werk zwischen zwei Kulturen geschaffen. Vor dem Hintergrund der Flucht ihrer vietnamesischen Familie, die mit den «Boat People» in Verbindung steht, gelingt ihr ein Pars pro toto, das sehr subtil einen historischen und gleichzeitig aktuellen Themenkomplex erfasst. So scheint im Ende auch der Blick nach vorne auf: Z für Zukunft.

Bis 
05.08.2018
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Kunst(Zeug)Haus Schweiz Rapperswil-Jona
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Alphabet der Sammlung 03.06.201805.08.2018 Ausstellung Rapperswil-Jona
Schweiz
CH
HIEU THAO – WITH LOVE AND RESPECT 03.06.201805.08.2018 Ausstellung Rapperswil-Jona
Schweiz
CH
Künstler/innen
Ueli Berger
Otto Lehmann
Autor/innen
Nicola Schröder

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