Elisabeth Strässle

Elisabeth Strässle · Lastesel, 2017, Öl auf Leinwand, 235 x 360 cm
 

Elisabeth Strässle · Lastesel, 2017, Öl auf Leinwand, 235 x 360 cm

 

Elisabeth Strässle · Derborence, 2017, Öl auf Leinwand, 155 x 105 cm
 

Elisabeth Strässle · Derborence, 2017, Öl auf Leinwand, 155 x 105 cm

 

Hinweis

Elisabeth Strässle

Solothurn — ‹Derborence›, der Roman von Charles Ferdinand Ramuz (1878–1947), welcher den Bergsturz von 1714 in Les Diablerets behandelt, gibt der Ausstellung von Elisabeth Strässle (*1942, Solothurn) den klangvollen Titel. Die im ersten Saal des Kunstmuseums Solothurn versammelten Werke entstanden, als die Künstlerin jüngst dieses Gebiet besuchte. Auffällig ist ihr Arbeiten in Serien, wobei die Zeichnungen von ‹Geröll› und ‹Tag› auf den ersten Blick wie feine Studien von endlosen Geröllfeldern anmuten. Auf den zweiten wird jedoch ersichtlich, dass die präzise erfassten Ecken, Kanten und Spalten auf den Blättern von ‹Geröll›, in der Serie ‹Tag›, in ein freies formales Spiel mit diesen Elementen überführt wurden. Das Ergebnis einer nachträglichen, allmorgendlichen Zeichnungspraxis. Diese zwei Themen, die skizzenhaften Studien nach der «unbelebten» Natur sowie das Interesse an Übersetzungen in abstrakte «Formationen», prägen viele Werke. Die fünf Gemälde ‹Terre inutilisable› von 2018 etwa zeigen in dunklen Farben auf weissem Bildgrund je einen Körper, der an Gestein oder den Teil eines Bergs erinnert. Der Farbauftrag offenbart eine Struktur, welche die Gemälde wie Aquarelle erscheinen lässt. Strässle nutzt gekonnt Oberflächen, wie sich im zweiten Saal bei drei Tierdarstellungen zeigt. Je dreieinhalb Meter breit, ohne Rahmen, strahlen sie mit ihrer pastosen Malerei eine fast greifbare Dichte aus. Der ‹Kolkrabe› von 2018 verschmilzt förmlich mit dem schwarzen Bildgrund und wirkt gemeinsam mit dem Elefanten und dem Lastesel seltsam archaisch. Im dritten Saal zeigt Elisabeth Strässle, die von 1977 bis 1996 in New York lebte, unter anderem eine Skizze nach einem Affenskelett, die sie 1981 im Amercian Museum of Natural History anfertigte. Dasjenige eines Elefanten entstand 2014 im Naturhistorischen Museum Basel. Dabei sind die Skelette, welche eigentlich die Anatomie eines Wesens klären, nur vordergründig präzise. Die Strukturen in Strässles Bildern gleichen viel eher Spuren, die im Kern unergründlich bleiben, wie die ‹Paneele› von 1996 – womöglich feine Andeutungen verlorener Grossstadtarchitekturen. Die erste Einzelausstellung der Künstlerin in ihrem Heimatkanton ist ein Gewinn und man hätte sich noch ein, zwei Räume mehr gewünscht, auch wenn die mit Strässle gemeinsam kuratierte Sammlungsausstellung im zweiten Flügel durchaus gelungen ist. 

Bis 
22.07.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Elisabeth Strässle: Derborence 28.04.201822.07.2018 Ausstellung Solothurn
Schweiz
CH
Autor/innen
Simon Baur
Künstler/innen
Elisabeth Strässle

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