Grenzenlos im Weiertal

Claudia Schmid · open rhythm, Chromstahl blankgeglüht, 10 Bänder gelegt 12 x 20 Meter
 

Claudia Schmid · open rhythm, Chromstahl blankgeglüht, 10 Bänder gelegt 12 x 20 Meter

 

Nora Vest · Grenzenloses Wasser, 2018, Digitaldruck auf Gitternetzstoff, 140 x 436 x 14 cm
 

Nora Vest · Grenzenloses Wasser, 2018, Digitaldruck auf Gitternetzstoff, 140 x 436 x 14 cm

 

Hinweis

Grenzenlos im Weiertal

Winterthur-Wülflingen — Genau hinsehen ist die Voraussetzung, an manchen Stellen aber muss man auch genau hinhören. Dann vernimmt man zum Summen eines Bienenschwarms verlockend verwunschene Namen wie Waldvögelein und Kätzchen, Fleischroter Mannsschild und Feuerrotes Blutströpfchen, Venusnabel und Mondviole; auch Liebstöckel und Pfaffenröhrlein huschen am Ohr vorbei – honni soit qui mal y pense. ‹Tausendschönchen› nennt sich Dorothee von Rechenbergs Audio-installation mit Bienen-O-Ton und Pflanzen-namen. Sie befindet sich gleich im Pflanzgarten, wo ihr ein paar Wildbienen-hotels Gesellschaft leisten. Zuvor, im gekiesten Eingangsbereich, der in den so wunderbar natürlich, unaufgeregt poetisch gestalteten Park des Kulturorts Weiertal führt, sind die Besucherinnen und Besucher bereits auf die Grenzsteine von maboart (Ursula Bohren Magoni & Claudio Magoni) gestossen. 12 sind es, nicht aus Stein, sondern aus Federbronze und Stahl, jeder mit seiner eigenen Kurz-Inschrift: «kommt wieder weg» heisst es da, oder «was soll denn das», «die sicht verstellt», «ja und». Wer mag, lässt sich von den Grenzsteinen auf leichte und ironische Art aufs Kommende einstimmen. Insgesamt gibt es unter dem Titel ‹Grenzenlos› Werke von 24 Visarte-Künstlerinnen und -Künstlern (Visarte Basel, Graubünden und Liechtenstein) zu entdecken, die meisten im Park, ein Teil in der Galerie. Maja von Meiss (Kulturort Weiertal) hat die Kunstschaffenden zusammen mit Helen Hirsch (Kunstmuseum Thun) und Andreas Vogel (HdK Bern) ausgewählt. Wer sich für den Park entschied, muss sich wie alle, die je dort ausstellten, dem Konkurrenzdruck der Natur aussetzen, ihrem Wechselspiel, ihrer listigen Kraft, vor allem: ihrer Schönheit. ‹Grenzenlos› steht da wie ein befreiendes, aber auch als bedrohendes Wort über allem. Das letzte Wort hat immer die Natur. Die schönste «Audioinstallation» ist das Konzert der Frösche, welche die beiden Weiher für sich beanspruchen und, wenn ein fernes Flugzeugbrummen ertönt, nur umso lauter quaken. Nora Vest hat den grösseren der Weiher mit einem Wasserbild-Steg erweitert, Claudia Schmid legt mit Chromstahlbändern Himmelswasserläufe unter die Obstbäume und Dominik Zehnder verzaubert uns mit dem alten Trick der Camera obscura, der uns erst recht zum Nachdenken bringt – über Abbild und Wirklichkeit, Sehen und Wahrnehmen … 

Bis 
09.09.2018

 Kulturort Galerie Weiertal, bis 9.9.; mit reich illustriertem kleinen Katalog, mit Einführung von Karin Plaschy und Einzelbeiträgen zu allen Kunstschaffenden – von A wie Matthias  Aeberli bis Z wie Dominik Zehnder, hg. vom Kulturort Weiertal

 
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Wunderwelten 27.05.201809.09.2018 Ausstellung Winterthur
Schweiz
CH
Autor/innen
Angelika Maass
Künstler/innen
Claudia Schmid
Nora Vest

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