Hanne Lippard / Miriam Laura Leonardi

Miriam Laura Leonardi · Yeah, Neonröhren, Bronze, 2018. Foto: Max Reitmeier
 

Miriam Laura Leonardi · Yeah, Neonröhren, Bronze, 2018. Foto: Max Reitmeier

 

Miriam Laura Leonardi · Yeah, Neonröhren, Bronze, 2018. Foto: Max Reitmeier

Miriam Laura Leonardi · Yeah, Neonröhren, Bronze, 2018. Foto: Max Reitmeier

Hanne Lippard · Ulyd, 2018,  Ausstellungsansicht Fri Art, Freiburg. Foto: Max Reitmeier

Hanne Lippard · Ulyd, 2018,  Ausstellungsansicht Fri Art, Freiburg. Foto: Max Reitmeier

Hinweis

Hanne Lippard / Miriam Laura Leonardi

Freiburg — Yeah: Die Neonschrift leuchtet blau von der Decke. In ihrem Lichtkegel am Boden liegt ein am Kopf zusammengewachsenes Käferpaar. Das wäre die Lösung für Kafka gewesen. Dass Gregor Samson nicht alleine hätte im Zimmer herumkrabbeln müssen … Die Arbeit von Miriam Laura Leonardi (*1985) ist Teil einer Rauminstallation in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung. Die Künstlerin, die in Zürich studiert hat und zurzeit eine Künstlerresidenz im Schweizerischen Institut in Rom absolviert, konstruiert Werke zur Mehrdeutigkeit von Sinn und Wahrnehmung. In einem Film, der auf einem Hügelzug im Parco San Calisto im Vatikanstaat entstand, sprechen verschiedene Menschen, die ihre Picknick-Decke auf der grünen Wiese verlassen, mit Pommes frites im Mund Unverständliches vor der laufenden Kamera. Hinter den Picknick-Gästen, die mit ihrer bunten Decke ein Feld ins Gras zeichnen, bauen weitere Protagonisten einen Pavillon aus Holzbrettern auf und ab. Jacques Tati oder Sisyphus. Was uns bei der Stange hält, ist Nonsense.
Zwei coole Frauen mit Sinn für Minimalismus und Schrägheit sind Gäste im Fri-Art. Im Erdgeschoss ist die Ausstellung ‹Ulyd› von Hanne Lippard (*1984) zu sehen. Die Künstlerin benutzt ebenfalls gerne Sprache als Ausgangsmaterial für ihre Arbeit, in Form von Texten, Stimm-Performances, Klanginstallationen und druckgrafischen Arbeiten. Für ‹Ulyd› entwickelt Hanne Lippard eine Reihe neuer Arbeiten, in denen sie Sprachhandlungen nachspürt, die auf die weibliche, auch sprachliche Ausdrucksweise einwirken. Rosa Rüschenvorhänge und Mikrofone sind spärlich in den Raum gesetzt, kleine schwarze spiegelnde Marmorplatten mit kurzen Ausrufen, Ellipsen, Verwünschungen und obszönen Ausrufen hängen an den Wänden. In mündlicher Wiedergabe oder in epigrammhaften Kurztexten zeigt die Künstlerin die alltagshaften Eigenschaften der Sprache: unhöflich, unvollständig, gestottert oder ungepflegt. Aber auf schönen Trägern, die an alte Kulturen erinnern. «May all your future flights be violently turbulent and dry!» Die Neuinterpretation der römischen Fluchtafeln (eine Art Schnittstelle zu den Göttinnen und Göttern beim Verfluchen Dritter) sorgen für Schmunzeln und Zustimmung. Yes!

Bis 
15.07.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Miriam Laura Leonardi, Hanne Lippard 25.05.201815.07.2018 Ausstellung Fribourg
Schweiz
CH

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