Pamela Rosenkranz

Pamela Rosenkranz · Amazon Spirits (Green Blood), 2018, Installationsansichten Karma International Zürich

Pamela Rosenkranz · Amazon Spirits (Green Blood), 2018, Installationsansichten Karma International Zürich

Pamela Rosenkranz · Amazon Spirits (Green Blood), 2018, Installationsansichten Karma International Zürich

Pamela Rosenkranz · Amazon Spirits (Green Blood), 2018, Installationsansichten Karma International Zürich

Hinweis

Pamela Rosenkranz

Zürich — Der Galerieraum irritiert nachhaltig. Es ist mein erster Besuch bei Karma International an der Weststrasse und ich überprüfe nochmals, ob das Datum der Vernissage stimmt. Optisch spricht so einiges dagegen. Denn der Ausstellungsbereich wirkt chaotisch und unaufgeräumt: Mir im Weg stehen drei schwarze, stoffüberzogene Bürostühle im Dreieck beieinander, ohne dazugehörigen Tisch, dafür aber mit einem Abfallkorb in ihrer Mitte. Die Stühle sind alles andere als eine Augenweide. Ich möchte sie weder für zu Hause noch für mein Büro. Ich blicke mich um und sehe weitere Bürostühle dieser Art an der Wand hinter mir aufgereiht, auch ohne Tisch, dafür mit Latexhandschuhen, die jemand auf der Sitzfläche eines Stuhls achtlos zurückgelassen zu haben scheint. Die Sitzfläche eines anderen ist mit zerknüllter Plastikfolie belegt, die aus einem aufgerissenen Pappkarton quillt. Weitere Stapel aus Pappschachteln lehnen an verschiedenen Wänden. Auf die braunen Kartons sind schwarze Pfeile gedruckt, die nach Firmenlogo aussehen. Der kleinste oberste Karton des Stapels ist geöffnet, aber leer. – Ich komme gerade vom Umzug eines alten Freundes und habe den Eindruck, ich sei hier bei einem weiteren, allerdings sehr unpersönlichen, förmlicheren Umzug gelandet. Vielleicht von einer Firma? Wer provoziert hier wen und warum? Gibt es auch Kunst? Kunst im Sinne von handgemacht? Meine Blicke irrlichtern durch den Raum und werden fündig. An der Wand lehnen etwa zwei Meter hohe Aluminiumtafeln, die mit dicken tropfenden Farbspuren bedeckt sind. Die Farbe changiert zwischen Weiss und Grün und ist lasierend aufgetragen. Das Grün entspricht in seiner Tonalität genau jenem, mit dem grüne LED-Deckenleuchten die schwarzen Bürostühle farbig bestrahlen. Weitere farbige Kunstlichtquellen begegnen in Form von intensiv blauen, rechteckigen Leuchtkästen, welche die Wand wie Fenster säumen. Ich entspanne mich. Die Farben wirken wohltuend natürlich: Blau wie Himmel und Wasser, Grün wie der Regenwald. Genau diese Assoziation provozieren die Geräusche, mit denen der Galerieraum über Lautsprecher beschallt wird: Zirpen, Zwitschern, Zischen, Pfeifen in einer exotischen Dichte, wie man sie nur vom Amazonas her kennt. – Amazon, der Onlineversandhändler, hat mit dem Urwald, ausser der Namensan-leihe, an sich nur wenig gemein. Wäre da nicht der Neubau der Firma am Hauptsitz in Seattle. Er ist fast so spektakulär, wie der Name es immer schon nahegelegt hat: In Glasgloben werden die Mitarbeiter ihre Büros zukünftig zwischen einer Artenvielfalt von Dschungelpflanzen einnehmen. In Europa dagegen sind die Arbeitsverhältnisse eher prekär. Wie viel Kritik der sehr abweisenden Installation von Pamela Rosenkranz innewohnt, mag jede(r) an seinem/ihrem eigenen Magenkneifen ermessen. 

Bis 
14.07.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Pamela Rosenkranz 07.06.201814.07.2018 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Autor/innen
Mechthild Heuser
Künstler/innen
Pamela Rosenkranz

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