Thomas Hirschhorn

Thomas Hirschhorn · Robert Walser Modell, 2018, verschiedene Materialien © ProLitteris
 

Thomas Hirschhorn · Robert Walser Modell, 2018, verschiedene Materialien © ProLitteris

 

Hinweis

Thomas Hirschhorn

Bern — Am ersten Weihnachtsfeiertag 1956 erlitt der Dichter Robert Walser während eines Winterspaziergangs einen Herzschlag. Die Polizeifotos des im Schnee liegendes toten Dichters wurden oft reproduziert und sind in das kollektive Bildgedächtnis eingegangen. Wenn Thomas Hirschhorn dieses Motiv aufgreift, kann er sich auf den Wiedererkennungswert desselben verlassen. Zumal Hirschhorn mit seiner Installation dicht an der Fotovorlage bleibt. Die dem Eingang zugewandte Rückseite präsentiert sich im typischen Hirschhorn-Stil mit Karton und Klebeband. Die Vorderseite hingegen ist ungewöhnlich illustrativ, fast wie eine Maquette für ein Bühnenbild, und zeigt einen verschneiten Abhang, mit schneebetupftem Gatter und dicht beieinanderstehenden Fussspuren. Diese Spuren sind das Wesentliche, umgibt sie doch ein Hauch des Magischen. Zwischen dem letzten Schritt und dem leblosen Körper klafft eine Lücke, ganz als sei Walser die letzten Meter aus dem Diesseits hinausgeschwebt. Thomas Hirschhorn greift hier den Gedanken von der Magie der Kunst und der Kraft des Absoluten auf. Zugleich wirkt die Installation wie ein Vorspann zur in Biel für 2019 geplanten ‹Robert Walser-Sculpture› dar.

Bis 
12.10.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Thomas Hirschhorn 10.06.201812.10.2018 Ausstellung Bern
Schweiz
CH
Autor/innen
Alice Henkes
Künstler/innen
Thomas Hirschhorn

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