Upgrade yourself?

Natan Dvir · Once, 2014. Digital C-Print
 

Natan Dvir · Once, 2014. Digital C-Print

 

Hans Thomann · Tischlein deck dich, 2013, Medikamente in Epoxydharz
 

Hans Thomann · Tischlein deck dich, 2013, Medikamente in Epoxydharz

 

Hinweis

Upgrade yourself?

Pfäffikon — Wann lassen wir uns gehen und wann unterliegen wir dem Wahn der Selbstverbesserung? Das Vögele Kulturzentrum kreist mit seiner aktuellen Ausstellung um die Frage, ob die Optimierung des Selbst eher eine Herausforderung oder ein Zwang ist. Das vorweg: Die Ausstellung gibt keine Antwort. Sie stellt Aspekte zum Thema vor – in -Videos, Büchern, Studien, Befragungen und in Form von Kunst. Der Kunst kommt dabei eine kommentierende oder illustrierende Funktion zu. So der ‹Tretmühle› von Sarah Hepp, einem überdimensionalen Hamsterrad für Menschen, dem ‹Tischlein deck dich›, Medikamenten in Epoxydharz von Hans Thomann oder dem ‹Crazy Horse›, einem Video von einem Rennpferd auf dem Laufband von Anne-Julie Raccoursier. Natan Dvir fotografierte «echte» Menschen – Strassenhändler, Arbeiter, Passanten – vor glamourösen Hochglanzplakaten. All das ist gut beobachtet, aber forscht es nach den Beweggründen oder dem Sinn der Selbstoptimierung? Leider wird die Chance verpasst, die Kunst selbst anzuschauen oder ihre selbstreflexiven Tendenzen. Dabei streben -Kunstschaffende selbst seit jeher nach Verbesserung, im klassischen Handwerk wie auch im Anspruch, sich möglichst treffend auszudrücken. Sie scheitern oft krachend, vielfach inszeniert, an sich und ihren Ansprüchen. Kaum ein Berufstyp balanciert derart zwischen der Forderung, besser zu werden, und der Erwartung, die gesellschaftlichen Normen aktiv abzulehnen, wie der Künstler. Besser zu werden, diese Absicht folgt schliesslich wichtigen Motiven und begleitet das Leben durch die gesamte Evolution. Der Fokus mag sich bewusst verschieben lassen – von mehr Effizienz oder grösseren Muskeln zu mehr Gelassenheit und weniger Materialismus – dem Streben selbst entkommen wir wohl nicht. Die philosophischen und letztlich auch die positiven Aspekte, warum wir danach streben, uns selbst zu verbessern, sind vielfältig. Einen Teil fächert das begleitende Bulletin und Programm der Ausstellung auf. Denn was heisst es überhaupt, sich zu verbessern? Den Zufall durch das Mittel der Vernunft zu überwinden? Können wir die Verbesserung an uns selbst messen oder nur im Vergleich? Und schliesst, sein volles Potenzial anzustreben, ein, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die sich uns bieten? 

Bis 
30.09.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Ist gut nicht gut genug? 27.05.201830.09.2018 Ausstellung Pfäffikon SZ
Schweiz
CH
Künstler/innen
Natan Dvir
Hans Thomann
Autor/innen
Nicola Schröder

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