Welt ohne Aussen

Cyprien Gaillard · Nightlife, Ausstellungs-ansicht, Welt ohne Aussen, Gropius Bau Berlin 2018, Courtesy Sprueth Magers. Foto: Mathias Völzke 
 

Cyprien Gaillard · Nightlife, Ausstellungs-ansicht, Welt ohne Aussen, Gropius Bau Berlin 2018, Courtesy Sprueth Magers. Foto: Mathias Völzke 

 

OS & Guests · Hidden Agency, 2018, Courtesy the artists
 

OS & Guests · Hidden Agency, 2018, Courtesy the artists

 

Hinweis

Welt ohne Aussen

Berlin — Distanz war gestern, Entgrenzung ist angesagt. Die Dualismen der alten Ontologie – hier DER Betrachter, dort DAS Werk/DIE Kunst, hier WIR, dort DIE Anderen usw. – werden seit Jahren einer kritischen Überprüfung unterzogen. Mittlerweile ist die Dekolonialisierung des Denkens auch jenseits der diskursiven Vorreiter angekommen.«Seit Herbst 2016 kreieren und erforschen wir immersive Praktiken, die Ausdruck eines Weltverhältnisses sind, das nicht aus der Gegenüberstellung von Subjekt und Objekt erwächst, sondern aus der Erfahrung von Verwobenheit und Relation», heisst es im Begleitheft des Gropius Bau zur Programmreihe Immersion, die 2018 in die dritte Runde geht. Aktuell zu sehen sind eine Einzelausstellung des französischen Künstlers Philippe Parreno sowie ‹Welt ohne Aussen. Immersive Räume seit den 60er Jahren›, die von Thomas Oberender und Tino Seghal kuratiert wurde. Ob aus dem geschichtsträchtigen Bau dadurch schon ein pulsierender Organismus wird, mag dahingestellt sein. Begrüssenswert ist allemal, dass der Wunsch einer Öffnung und Durchdringung besteht. Und so verbinden sich Parreno (EG) und ‹Welt ohne Aussen› (1. OG) über die Stockwerke hinweg. Von oben schaut man noch auf die sich rhythmisch kräuselnde Wasserfläche im Innenhof oder zu den aufblasbaren Fischen, die sich in einem orangegetönten Raum wie in einem Aquarium bewegen, während einem auf dem Gang bereits ein Tänzer zu nahe kommt. Da flüchtet man sich gerne in einen der Räume, um Cyprien Gaillards 3-D-Film ‹Nightlife›, 2015, anzusehen, der windbewegte Bäume zu ozeanischen Geschöpfen macht oder sich mit Feuerwerksraketen über das Berliner Olympiastadion erhebt, wird in Dunkelheit umfangen von Dominique Gonzalez-Foersters Spektakel aus Licht und Klang, das an die Entstehung des Kosmos denken lässt, oder nimmt gar in Kauf, dass einem die Komposition aus Wolfgang Georgsdorfs ‹Smeller›, 2018 – mit Gerüchen von der Urzeit bis in die Zukunft –, schier den Atem nimmt. Ein Eintauchen ganz anderer Art aber bietet der ‹Tea Room› von Dambi Kim und Isabel Lewis: keine virtuelle Realität oder Überwältigung der Sinne, sondern Entschleunigung, ein Ritual in vollkommener Schönheit. 

Bis 
05.08.2018
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Welt ohne Außen 08.06.201805.08.2018 Ausstellung Berlin
Deutschland
DE
Philippe Parreno 25.05.201805.08.2018 Ausstellung Berlin
Deutschland
DE
Künstler/innen
Cyprien Gaillard
Philippe Parreno
Autor/innen
Mechthild Heuser

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