Cao Fei

Cao Fei · Nova, 2019, Video

Cao Fei · Nova, 2019, Video

Hinweis

Cao Fei

Paris — Ein Bett als Zimmer, darin alles Hab und Gut eines ausgebeuteten Lebens – unvergessen, wie die damals gerade dreissigjährige Cao Fei 2008 im Kunstzentrum Le Plateau die Arbeits- und Lebensrealität einer Osram-Fabrik aus China nach Paris übersetzte. ‹Whose Utopia› hiess das dazugehörige Video. Wessen Utopien, wessen Projektionen leben wir? Heute stellt sie die Frage neu. Der Titel ‹HX› steht für das Künstlerviertel Hong Xia in Peking, aber auch für Hong Kong Airlines oder Halbduplex, jenen Nachrichtenmodus, bei dem jeweils nur eine Seite spricht. Urbaner Wandel, Kunst als symbolischer Machthebel, Fliegen als materialisierter Schein des Grenzenlosen und eine Kommunikation, die den Anderen zu Schweigen bringt – all das klingt in ihren Filmen, Fotografien, Installationen an. Die oft desaströse Realität und phantastische Computerwelt konfrontierenden Arbeiten entstanden während vierjähriger Forschung im zum Künstlerquartier gentrifizierten Hong Xia. Cao Fei vermittelt den Wandel, richtet einen sensiblen Blick auf Monstrositäten, setzt den Funken frei, der unterläuft, was unterdrückt. Dass mit dieser ersten je im Pompidou gezeigten Einzelausstellung einer chinesischen Künstlerin das französische Nationalmuseum für die bevorstehende Eröffnung seines Shanghai-Exports wirbt, wirft auch die Frage nach der Kunst als Werkzeug neukapitalistischen Umbaus der Welt auf. 

Bis 
26.08.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Cao Fei 06.06.201926.08.2019 Ausstellung Paris
Frankreich
FR
Künstler/innen
Cao Fei
Autor/innen
J. Emil Sennewald

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