Karoline Schreiber

Karoline Schreiber · Snuggling, 2018, Ölstift auf Papier, 67 x 76 cm

Karoline Schreiber · Snuggling, 2018, Ölstift auf Papier, 67 x 76 cm

Hinweis

Karoline Schreiber

Altdorf — Meine erste Begegnung mit Karoline Schreibers Werk hinterliess nachhaltigen Eindruck: Da hing an der Wand im Zürcher Helmhaus eine Serie von präzise gezeichneten Kothaufen, golden gerahmt wie historische Stiche. Schon hier wurde klar, dass Schreiber (*1969, Bern) das zeichnerische – und, wie ich später lernen sollte, auch das malerische – Handwerk meisterhaft beherrscht und es nutzt, um sowohl das Menschsein als auch das Kunstsystem manchmal augenzwinkernd zu reflektieren. ‹Decent Shit›, 2015/16, nennt sich die Serie, die nun auch Teil der umfangreichen, retrospektiv angelegten Ausstellung im Haus für Kunst Uri ist. Von den comicartigen ‹100 Meisterwerken›, 1997–1999, bis zur gestisch grossformatigen Wandzeichnung, die als Resultat einer Performance während der Vernissage zurückgeblieben ist, wird Schreibers Bandbreite aufgefächert und dabei ihr konsequenter Ansatz sichtbar. Zudem erhalten wir Einblick in ihr Atelier: Für die Dauer der Schau hat die Künstlerin ihren Arbeitsraum von Zürich nach Altdorf transferiert, ihn hier eins zu eins wiederaufgebaut, um nun das zu tun, was im Künstlerinnenalltag oft zu kurz kommt: aufräumen, archivieren, digitalisieren. Wer Glück hat, trifft sie vor Ort in Aktion. Alle anderen finden in der Schau auch sonst ausreichend Anlass zu staunen, zu sinnieren und zu schmunzeln. 

Bis 
18.08.2019

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