Nives Widauer

Nives Widauer · Das kleine Leiden, 2018, Briefwaage, Dornenkrone, Möbel © ProLitteris. Foto: Margot Montigny

Nives Widauer · Das kleine Leiden, 2018, Briefwaage, Dornenkrone, Möbel © ProLitteris. Foto: Margot Montigny

Hinweis

Nives Widauer

Paris — LKW, «Lebenskunstwerke» nannte Paolo Bianchi 1998 die Suche nach einem «Akt der Abwendung von Leben und Kunst um einer neuen, produktiven Zuwendung willen». Nives Widauer lässt sich mit so wendiger Emphase nicht fassen. Zwar zeigt die gebürtige Baslerin den Spiegel aus ihrer Wohnung, in den «You see me» graviert ist. Oder die Schreibtischlampen, auf deren halbrunden Schirmen Bronze­abgüsse ihrer Nippel sitzen. Oder ihre Hermès-Tücher, aufgespannt wie Wappen für die sieben Todsünden. Aber statt um Ab- und Zu- geht es um Hinwendung. Zum Ereignis Leben, zu sich selbst, empfindsam für jene Spuren, die verweben, was wir Wirklichkeit nennen. So filmt sie sich, während sie einen Teppich saugt, um das Ergebnis dann auf nämlichen Teppich zu projizieren. «Das Bild kam aus einem Traum, in dem ich die Umrisse eines Toten sah, wie bei einem Mord», erklärt sie – unweigerlich klingt Georg Kreislers ‹Der Tod, das muss ein Wiener sein› an. Dreissig Jahre seien in der Schau versammelt, sagt Widauer, erzählt von ihrem Leben in Wien, ihrem einstigen Atelier in Paris, von Paul Valéry, «der Zeitlosigkeit der eigenen Gegenwart und Vergangenheit», und wie sie versucht, «das Innenleben präzise nach aussen zu bringen, wie durch eine Lochkamera». Deren Bild steht auf dem Kopf. ‹Antichambre› stellt die Kunst auf die Füsse. Es folgen sieben weitere Räume im Kunsthaus Olten.

Bis 
21.07.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Nives Widauer, Reto Pulfer 18.05.201921.07.2019 Ausstellung Paris
Frankreich
FR

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