Stefan Gritsch — Bones n’ Roses

Stefan Gritsch · Bones n’ Roses, Installationsansicht Aargauer Kunsthaus, Aarau, 2019 © ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Stefan Gritsch · Bones n’ Roses, Installationsansicht Aargauer Kunsthaus, Aarau, 2019 © ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Stefan Gritsch · Bones n’ Roses, Installationsansicht Aargauer Kunsthaus, Aarau, 2019 © ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Stefan Gritsch · Bones n’ Roses, Installationsansicht Aargauer Kunsthaus, Aarau, 2019 © ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Besprechung

‹Bones n’ Roses›, so widersprüchlich wie der Name der Schau, so viele Gegensätze tun sich im wandelbaren Werk des Künstlers Stefan Gritsch auf. Das Aargauer Kunsthaus widmet ihm nach 25 Jahren wieder eine Soloausstellung, die sich explizit nicht als Retrospektive versteht.

Stefan Gritsch — Bones n’ Roses

Aarau — Die fotografische Vergrösserung der Oberfläche eines Blocks aus Acrylfarbe markiert, an die Wände tapeziert, den Einstieg in den Kosmos von Stefan Gritsch (*1951, Bern). Nach diesem etwas gar dramatischen Auftakt entrollt sich eine Schau, die weit mehr bietet als nur die wiedererkennbaren Farbblöcke. Sie zeigt vielmehr ein Schaffen in ganz unterschiedlichen Medien. Dabei bildet das «Material» Farbe eine Klammer und das Spiel mit starken Gegensätzen eine wichtige Grundlage der Arbeitsweise: In den Objekten ‹Roses› etwa lagern sich bunte Farbschichten rund um aufgeschnittene Knochenstücke, so dass der Eindruck der genannten Blume entsteht. Selbst «verführerische» Arbeiten wie die Serie ‹Impacts›, Farbspuren auf weissem Büttenpapier, oder ornamentale Verläufe in den Gemälden ‹War Flowers› oder dem Teppich ‹Carpet Iraq› bergen unterschwellige Aggressionen. Diese in den letzten fünf Jahren entstandenen Arbeiten verweisen latent auf Gewalt, zeigen wie ‹Impacts› letztlich die Schläge des Künstlers mit Farbstücken auf das weiche Papier oder sind wie die Ornamente aus verfremdeten Karten von Konfliktgebieten entstanden. Die Ausstellung erweist sich als sehr lebendige Anordnung, die immer wieder in Veränderung begriffen ist, werden doch etwa die bekannten Acrylblöcke, die zusammen mit Farbplatten, Blöcken und Kugeln die Installation ‹Still Now› bilden, an der Grenze zwischen Ausstellungsraum und Innenhof des Kunsthauses durch den Künstler immer wieder neu arrangiert. Um Gritschs intuitive Arbeitsprozesse zu erahnen, hilft die Installation ‹Backstage (Wildes Denken im Vorzimmer der Rhetorik)›, in der Teile aus seinem Atelier und seinem Arbeitsprozess auf Tischen ausgelegt sind: Farbstücke, von rohen Klumpen bis zu solchen, die Schlagringen gleichen, über Druckvorlagen, Bruchstücke, Karten, Fotografien und Knochen. Auch hier wird der Künstler immer wieder zugegen sein und Veränderungen vornehmen. Denn wie seine oft übergrossen Farbvolumina jeweils zerschnitten und neu zusammengesetzt werden, versteht Gritsch die Vorgabe «Ausstellung», wie seine ganzen Werke in ihrer Unmittelbarkeit und Bewegtheit, nur als provisorische, temporäre Konstellationen. 

Bis 
11.08.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Stefan Gritsch. Bones n'Roses 18.05.201911.08.2019 Ausstellung Aarau
Schweiz
CH
Autor/innen
Adrian Dürrwang
Künstler/innen
Stefan Gritsch

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