Friedrich Dürrenmatt

Friedrich Dürrenmatt · Arsenal eines Dramatikers, 1960, Tusche auf Papier, 25,5 x 18 cm, Privatsammlung, Centre Dürrenmatt Neuchâtel/ Schweizerische Eidgenossenschaft

Friedrich Dürrenmatt · Arsenal eines Dramatikers, 1960, Tusche auf Papier, 25,5 x 18 cm, Privatsammlung, Centre Dürrenmatt Neuchâtel/ Schweizerische Eidgenossenschaft

Friedrich Dürrenmatt · Turmbau III: Der amerikanische Turmbau, 1968, Tusche auf Papier, 44,9 x 30 cm, Sammlung Centre Dürrenmatt Neuchâtel, Centre Dürrenmatt Neuchâtel/Schweizerische Eidgenossenschaft

Friedrich Dürrenmatt · Turmbau III: Der amerikanische Turmbau, 1968, Tusche auf Papier, 44,9 x 30 cm, Sammlung Centre Dürrenmatt Neuchâtel, Centre Dürrenmatt Neuchâtel/Schweizerische Eidgenossenschaft

Hinweis

Friedrich Dürrenmatt

Spiez — Mit der Kreativität ist es so eine Sache: Nicht immer weiss ein Künstler schon in jungen Jahren, wie er sich am besten ausdrücken kann. Friedrich Dürrenmatt (1921–1990) glaubte zunächst, seine Sicht der Welt am besten mit Zeichenstift und Pinsel darlegen zu können. Cuno Amiet, der mit der ­Familie bekannt war, riet von einer Karriere als bildender Künstler ab. Der Rest ist hinlänglich bekannt: Dürrenmatt begann und verwarf ein Philosophiestudium und beschloss 1947, als Autor zu leben. Das Zeichnen behielt er aber bei – für sich privat, zum Vergnügen und wohl auch zur Unterstützung des Nachdenkens, wie die Ausstellung ‹Friedrich Dürrenmatt als Zeichner und Maler› im Schloss Spiez zeigt. Die vom Germanisten Rudolf Käser eingerichtete Schau zeigt eine Auswahl an Zeichnungen und grafischen Arbeiten Dürrenmatts. Im Zentrum stehen dabei Blätter, die eng mit Dürrenmatts schreibender Tätigkeit verbunden sind. Zum Beispiel indem sie in satirischer Weise das Metier des Schreibens reflektieren, wie die Tuschzeichnung ‹Arsenal eines Dramatikers› (1960), die den Schreibenden vor einem Regal voller Köpfe zeigt. Dicht an dicht finden sich auf den Regalbrettern Charaktere und Typen, aber auch Waffen, Weinflaschen und Büstenhalter, also Konfliktstoffe aller Art. Anderen Blättern sieht man an, wie der Stift den Dichter bei bestimmten Gedankengängen begleitet hat. Dem Turmbau zu Babel hat Dürrenmatt, in der Geschichtenwelt der Bibel ebenso bewandert wie in jener der antiken Mythologie, mehrfach zeichnerisch gestaltet. In ‹Turmbau III: Der amerikanische Turmbau›, 1968, ragt der Bau als technisch ambitioniertes und doch recht abenteuerliches Konstrukt in die Höhe und greift mit einer grossen Radaranlage gewissermassen nach den Sternen. Damit illustriert das Blatt ein Dürrenmatt’sches Kernthema: die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis. Wer Dürrenmatts Werk kennt, findet in der Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Centre Dürrenmatt Neuchâtel organisiert wurde, viele Themen und Motive wieder, die auch das erzählerische und dramatische Werk des Berner Dichters prägen. Und seine Liebe zum oft schwarzen Humor. 

Bis 
25.10.2020
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Dürenmatt als Zeichner & Maler 04.07.202025.10.2020 Ausstellung Spiez
Schweiz
CH
Künstler/innen
Friedrich Dürrenmatt
Autor/innen
Alice Henkes

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