Motor

Aldo Solari · Wende in Chromgrün und Kadmiumrot dunkel, 2011, Öl auf Leinwand, 60 x 81 cm. Foto: Serge Hasenböhler

Aldo Solari · Wende in Chromgrün und Kadmiumrot dunkel, 2011, Öl auf Leinwand, 60 x 81 cm. Foto: Serge Hasenböhler

Samuli Blatter · Strange Attractor 13 ­(Daily Exorcism), 2020, Bleistift auf Papier, 30 x 21 cm. Foto: Samuli Blatter

Samuli Blatter · Strange Attractor 13 ­(Daily Exorcism), 2020, Bleistift auf Papier, 30 x 21 cm. Foto: Samuli Blatter

Hinweis

Motor

Basel/Riehen — Was ist der innere Antrieb der Kunst? Die Ausstellung ‹Motor› im Kunstraum Riehen geht dieser Frage nach – einer Frage, die nach Tagen der Isolation jetzt eine besondere Aufladung erhalten hat. Martin Chramosta, Künstler und Kurator, nutzte die Gunst der Stunde. Als nach dem abrupten Lockdown und der etwas plötzlichen Wiedereröffnung der Kunstinstitution ein zwischenzeitliches Ausstellungsvakuum entstanden war, lud er zwölf Kunstschaffende ein. ‹Motor›, lateinisch für Beweger, lässt sich nicht nur im mechanisch-technischen, sondern auch im übertragenen Sinn verstehen – die Kunst als Treiberin und Hervorbringerin neuer Ideen. So sind Verwandlung und Bewegung eng mit dem Begriff verbunden, ebenso die Nutzung des emotionalen und psychischen Potenzials, das zu realen Kunstobjekten führt. Der ganze Ausstellungsraum wird quasi zu einem energetischen Hohlkörper, wo die einzelnen Werke als Elemente eines künstlerischen Getriebes auftauchen, ihre charakteristische Rolle übernehmen, aufeinander reagieren, um so ihren eigenen Wirkungsgrad zu entfalten. Die Ausstellung wird zur Visualisierung eines Systems, einer Art begehbarem Motor. Die Schaltzentrale ist eine netzartige Zeichnung von Anna Barbara Wiesendanger. An wirbelnde Rotatoren eines Getriebes erinnern die Bilder von Aldo Solari. Es sind stilisierte Körperfragmente von Schwimmern, kräftige Arme, in zentralsymmetrischer Komposition und komplementären Farben gemalt. Alexandra Navratil wirft den Motor mit einem Schwarzweiss-Video an. Sie lässt durch Überblendungen von mikro- und makroskopischen Ansichten visuelle und akustische Explosionen entstehen. Mit fragilen Lichtobjekten, den «Krautstrünken», die an Wuchsformen aus Glas erinnern, zelebriert Stefan Burger die Transformation von Energie. Samuli Blatter zeigt in einer veränderlichen Installation einen Teil seiner in Japan entstandenen Zeichnungen. Es sind formatfüllende Überlagerungen von zeichnerischen Gesten in Schwarzweiss, teilweise durch dunkle Gestalten belebt. Während der Zeit der Ausstellung werden die Blätter schrittweise abgehängt. Als Tatbeweis düsterer, destruktiver Exerzitien bleiben nur die Fingerspuren an der weissen Wand. 

Bis 
23.08.2020
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Kunst Raum Riehen Schweiz Basel/Riehen
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Motor 20.06.202023.08.2020 Ausstellung Basel/Riehen
Schweiz
CH

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