«Idyllisch. Von der Romantik bis zur Gegenwart» im Kunstmuseum

Zeljka Marusic/Andreas Helbling · Montes negros, 2003, Installation mit Videoprojektion, Kunstmuseum St. Gallen

Zeljka Marusic/Andreas Helbling · Montes negros, 2003, Installation mit Videoprojektion, Kunstmuseum St. Gallen

Hinweis

«Idyllisch. Von der Romantik bis zur Gegenwart» im Kunstmuseum

Einerseits finden seit geraumer Zeit vielfältige, politisch engagierte Ausstellungsprojekte statt, andererseits - so ist man versucht zu behaupten - mehren sich Ausstellungen mit romantischer Tendenz. Nicht nur die Schirn Kunsthalle in Frankfurt zeigt aktuell (bis 28.8.) «Wunschwelten. Neue Romantik in der Kunst der Gegenwart», auch das St. Galler Kunstmuseum schliesst sich an. Allerdings beruft man sich hier im Unterschied zur Schirn auf die eigene Sammlung, die ihre Ursprünge in privaten Kollektionen des bürgerlichen 19. Jahrhunderts hat und reich an idyllischen Darstellungen von der Romantik bis zum Impressionismus ist. Die Idylle als Bildthema findet sich bereits in der pompejanischen Kunst, in der Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts erreicht sie einen Höhepunkt. Die Hirten- und Schäferromantik von Claude Lorrain und François Boucher wurde noch im 19. Jahrhundert kopiert. Damals setzten Industrialisierung und Verstädterung ein, deren beängstigenden Auswirkungen man Darstellungen vom einfachen ländlichen Leben entgegensetzte. Gerade wenn die Gegenwart schwierig erscheint, bietet sich die Idylle in Form von einsamen Wegen, lauschigen Winkeln oder sommerlich glühenden Feldern an, um träumend versunken alle Schwierigkeiten hinter sich zu lassen. Stets wird der Mensch in Einklang mit der Natur dargestellt, die als ursprünglich und harmonisch aufscheint. Die Ausstellung umfasst Arbeiten von u.a. Karl Blechen, Joseph Anton Koch, Carl Spitzweg, Camille Corot, Claude Monet und Johann Nüesch. Heutige Idyllen werden in Fotoarbeiten von Claudio Moser und raumgreifenden Installationen des Künstlerpaars Marusic/Helbling aufgezeigt.

Bis 
05.11.2005

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