Expedition Brasilien im Völkerkundemuseum

Anonym, «Chefe do Gentio Aycurú, habitante no Rio Paraguay», 1791, Aquarell, Museu e Laboratório Zoológico e Antropológico (Museu Bocage), Lissabon

Anonym, «Chefe do Gentio Aycurú, habitante no Rio Paraguay», 1791, Aquarell, Museu e Laboratório Zoológico e Antropológico (Museu Bocage), Lissabon

Hinweis

Expedition Brasilien im Völkerkundemuseum

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begannen Expeditionen ins Innere des seit 1815 unabhängigen Königreichs Brasilien einzureisen - womit eine rege Bildproduktion begann. Per Zeichenstift und Pinsel wurden Natur und Kultur des exotischen Landes dokumentiert und den Daheimgebliebenen vermittelt. Die Ausstellung im Völkerkundemuseum zeigt diverse Aquarelle und Zeichnungen, darunter auch die Lithographien von Jean-Baptiste Debret beispielsweise, einem bei Jacques-Louis David in Paris ausgebildeten Maler, der 1816 nach Brasilien kam, um in Rio de Janeiro eine Kunst- und Handwerksschule zu gründen. Da sich Debret für Ethnographie interessierte, hielt er die Bräuche und sozialen Beziehungen der Brasilianer fest. Als ab 1839 auch das neue Medium der Fotografie zur Verfügung stand, setzte man es neben den alten Medien ein, um das Leben am Amazonas auf Papier zu bannen. Die Ausstellung fasst Materialien aus dem Brasilien des 19. Jahrhunderts zusammen, weil - so die Konservatorin Beatrice Kümin - die Bildproduktion damals sprungartig anstieg. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt zudem auf dem Werdegang der Bilder, wie sie - vom Original bis zum veröffentlichten Endprodukt - verändert wurden. Die wenigsten von ihnen kamen beim Publikum eins zu eins an. Fast alle wurden für die Rezeption neu inszeniert - und spiegeln so nicht nur brasilianisches Leben, sondern legen darüber hinaus Zeugnis von den jeweiligen Ideologien und Wunschvorstellungen der europäischen Kultur ab. Mit informativer, bilderreicher Publikation im Benteli Verlag.

Bis 
26.01.2008

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