Imaginäre Architekturen und Sammlung Morgenthaler im Museum Dr. Guislain

Sava Sekulic · Ohne Titel, 1975, Sammlung Charlotte Zander, Bönnigheim, aus der Ausstellung «Schets of Schim»

Sava Sekulic · Ohne Titel, 1975, Sammlung Charlotte Zander, Bönnigheim, aus der Ausstellung «Schets of Schim»

Hinweis

Imaginäre Architekturen und Sammlung Morgenthaler im Museum Dr. Guislain

Dass Gent zu den besten Adressen für historische wie zeitgenössische Kunst in Belgien zählt, ist bekannt. Das am Rande der Stadt gelegene Museum Dr. Guislain gilt unter ausländischen Besuchern jedoch noch als Geheimtipp. Untergebracht in einer eindrucksvollen Architektur, die Joseph Guislain - Belgiens erster von der Behandelbarkeit «Geisteskranker» überzeugter Nervenarzt - 1876 als reformierte Heilanstalt bauen liess, beherbergt es neben Sammlungen zur Geschichte der Psychiatrie auch eine umfangreiche Art-Brut-Kollektion. Seit einiger Zeit richten die Kuratoren der Sammlung zudem thematische Ausstellungen aus, in denen Bestände der Sammlung mit Leihgaben aus verschiedenen Epochen der Kunst- und Kulturgeschichte sowie aus anderen Art-Brut-Beständen kombiniert werden.
So ist aktuell die hoch spannende Schau «Schets of Schim» mit Entwürfen imaginärer Architekturen zu sehen, die Zeichnungen, Malereien, Plastiken und Modelle von Art-Brut-KünstlerInnen und Avantgarde-ArchitektInnen zusammenbringt - was übrigens gelingt, ohne auch nur im Entferntesten gängige Stereotype rund um «Genie und Wahnsinn» zu reaktivieren. Zeitgleich gibt unter dem Titel «Isolatie en Fantasie» bis Mitte Oktober eine berühmte Schweizer Kollektion ein Gastspiel: Die Sammlung Morgenthaler aus Bern, deren Bestände erstmals in diesem Umfang im Ausland ausgestellt werden. Indes laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste Schau - ein in Kooperation mit weiteren Genter Institutionen entstehendes Grossprojekt zu einem grossen Thema: Krankheit im Spannungsfeld zwischen Körper und Geist.

Bis 
13.10.2007
Autor/innen
Verena Kuni
Künstler/innen
Sava Sekulic

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