Thomas Hirschhorn und Manuel Joseph

Thomas Hirschhorn · Exhibiting Poetry Today: Manuel Joseph © ProLitteris. Foto: S. Agnetti

Thomas Hirschhorn · Exhibiting Poetry Today: Manuel Joseph © ProLitteris. Foto: S. Agnetti

Hinweis

Thomas Hirschhorn und Manuel Joseph

Auf der Einladung eine Reihe von Patronen, von der Schrot-Kartusche bis zum Kleinkaliber, und eine Duracell-Batterie. So ähnlich sind Ladungen, so ungleich. Poesie ist eine Lehre vom Ähnlichen. Für Thomas Hirschhorn, Meister der Photokopie, ist sie Arbeit am Ähnlich-Werden. In «Exhibiting Poetry Today: Manuel Joseph» hat er den Autor eingeladen, ein Werk zwischen aktivistischer Lesung, experimenteller Gestaltung und Infragestellung auszubreiten. Nonkonforme Schriften sind Hirschhorns roter Faden, vom Foucault-Denkmal bis zur umstrittenen Ausstellung im CCSP. Immer wieder stellt er Handbibliotheken auf, reproduziert Texte als Flugblätter, Ausstellungszeitung, Pamphlet. Andersdenken als Attitüde. «Diese Ausstellung soll ein visuelles Manifest sein. Ich will, dass ihre Form eine Reise ins Innere der Schrift ermöglicht», formuliert er gewohnt apodiktisch seine «Mission». Zunächst ermöglicht sie ein déjà vu: Pappe und Klebeband, eine Höhle aus Schrift, durch die man sich hindurchkämpfen muss. Ein inszenierter Kampf der Poesie, von Hirschhorn für sich, für Joseph, für die Kunst. Poesie soll aufrecht erscheinen, als Entscheidung und Haltung, «ein Schreiben als Notwendigkeit und als Notfall». Das ist grandios. Das ist voller Ladung. Das ist - überladen. Danach braucht man: eine aufgeräumte Ecke, ein Buch, kampflose Stille. Poesie ist eine Lehre.

Bis 
25.09.2010

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