Gianni Motti

Gianni Motti · Think Tank, 2014. Foto: Simon Lamunières

Gianni Motti · Think Tank, 2014. Foto: Simon Lamunières

Hinweis

Gianni Motti

Die Leuchtschildgalerie 2m2 des Kurators Simon Lamunières und des Anwalts Christian Pirkers ist diese Saison von Gianni Motti (* 1958, Sondrio) mit geschredderten Akten gefüllt worden. Allerdings stammen diese nicht aus der Anwaltskanzlei und dem Treuhandbüro, dem der Kasten über der rue de Maraichers 36 keck vorgehängt ist. Der Titel des monochromen Quadrats ‹Think Tank›, 2014, lässt vermuten, dass das - laut dem Künstler - die Weltordnung destabilisierende Material aus einem dieser ominösen Ideenlaboratorien stammt, in denen Parteien und Konzerne ihre Strategien entwickeln. Es sind Foren, in denen das Verhalten von Wähler/innen und Verbraucher/innen erforscht wird, um diese besser beeinflussen zu können. Und wie der Linguist Naom Chomski und der Ökonom Edward Herman seit ihrer Untersuchung ‹Manufacturing Consent›, 1988, versichern, kennen diese Strategen uns besser als wir selbst. Obwohl über den ‹Think Tank› an der artgenève diesen Winter bereits viel diskutiert wurde, hat dieser im Gegensatz zu früheren Aktionen Mottis noch keine Wellen über die zeitgenössische Kunstszene hinaus geworfen. Weder hat Wikileaks mit 2m2 Kontakt aufgenommen noch sind die potenziell gestohlenen Akten von der Genfer Polizei gesichert worden. Doch mindestens uns regt das schrullige Werk an, intellektuelles und emotionelles Eigenleben nicht für selbstverständlich zu erachten.

Bis 
05.09.2015

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