Il y a de l'autre

Atelier des Forges, Filmprojektion, 2016

Atelier des Forges, Filmprojektion, 2016

Hinweis

Il y a de l'autre

«Aussergewöhnlich, Gelungen...» - so echote es aus dem Süden nach der Eröffnungswoche der Rencontres d'Arles mit reich­haltigem Programm. Besonders ins Auge stach diesmal die Gruppenausstellung ‹Il y a de l'autre - Where the others rest› der Künstlerin Agnès Geoffray und der Kunsthistorikerin Julie Jones. Werke von 19 Künstler/innen, die sich mit dem befassen, was von Bildern bleibt. Was zieht an, was verstört, was haust in Bildern, dass sie sich ins Gedächtnis eingraben? Und wie wird aus ihnen eine eigene Erinnerung, obwohl sie doch Verkörperung des Anderen sind? Zunächst: durch Aneignung. Die Zeichnungen von Marc Bauer antworten mit der Entfernung im Strich, Melik Ohanians Skulpturen mit der Übersetzung in den Körper im Raum, Barbara Breitenfellners Collagen mit Fragmentierung. Die Stärke der Ausstellung, bei der die fliehenden Tiere in ‹Les Habitants›, 1970, des armenischen Filmemachers Artavazd Pelechian zu den Neuentdeckungen gehören, besteht in der Erkenntnis: Bilder ergreifen durch Stimmung. Wie die Schrift sich auf die Stimme als ihr anderes bezieht, so hinterlassen Bilder Spuren im Bewusstsein durch Stimmung. Deshalb erzeugt die Wiederaufnahme von Bildern, deren Neukombination, oft einen unheimlichen, phantomatischen Nachhall. Genau dieser Stimmung, geht Geoffrays künstlerische Arbeit nach. Als Kuratorin gelingt es ihr, sie im Ausstellungsraum zu erzeugen. Dennoch bleibt ein reflektierender Abstand möglich.

Bis 
25.09.2016

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