Matza — Mass in Motion auf dem Aletschgletscher

Séverin Guelpa et Kunik de Morsier Architectes · Catabatic Wind Chanel, Matza Aletsch, 2016, Plastikfolie, 80 x 1200 cm

Séverin Guelpa et Kunik de Morsier Architectes · Catabatic Wind Chanel, Matza Aletsch, 2016, Plastikfolie, 80 x 1200 cm

Laurent Tixador · Zero Footprint Improvment, Matza Aletsch, 2017, Stein und Eis, 50 x 50 x 120 cm © ProLitteris

Laurent Tixador · Zero Footprint Improvment, Matza Aletsch, 2017, Stein und Eis, 50 x 50 x 120 cm © ProLitteris

Besprechung

Der Genfer Künstler Séverin Guelpa, Initiant des Projekts ‹Matza›, interessiert sich für die Verbindungen von Kunst, Mensch, Territorium, natürlichen Ressourcen und Gemeinschaft. Diesen Spätsommer pilgert Guelpa mit einer Gruppe von zehn Kunstschaffenden wieder auf den Aletschgletscher.

Matza — Mass in Motion auf dem Aletschgletscher

Aletsch / Sitten — Radical Biotope im Herbst 2017 in der Ferme Asile in Sitten: Eine monumentale kollektive Architektur bringt Wasser in der ehemaligen Scheune in Umlauf. Videos, Ausstellungsobjekte, Dokumente, Texte sind installiert. Die Ausstellung ist Biotop, Architektur, erfundene Landschaft. Die Produktion einer gemeinsamen ästhetischen, sozialen wie philosophischen Theorie und Arbeit steht im Zentrum. Dies ist immer zentral im Werk des Genfer Künstlers Séverin Guelpa und seines Projekts ‹Matza›. Der Künstler untersucht seit mehreren Jahren mit verschiedenen Künstler/innen und Wissenschaftler/innen das Thema Wasser in der kalifornischen Mojave-Wüste, auf dem Aletschgletscher im Wallis und auf den Kerkennah Inseln in Tunesien. In mehreren Expeditionen – inspiriert vom Kunstschaffen eines Mark Dion oder der Arbeit am Center for Land use interpretation CLUI in den USA – untersuchen die Kunstschaffenden Gletscher, Wasserfälle, Seen und Bewässerungskanäle. Ende August bis Anfang September weilen Laurence Bonvin (CH), les Frères Chapuisat (CH), Pierre Cauderay (CH), Maëlle Cornut (CH), Maxime Lamarche (F), Louis Mejean (F), Sandrine Pelletier (CH), Eric Philippoz (CH) und Valentina Pini (CH) mit den Wissenschaftlern Markus Stoeffel und Hanspeter Holzhauser auf Einladung von Severin Guelpa in der Kunstexpedition ‹Mass In Motion› im Unesco-Naturschutzgebiet des Aletschgletschers, in einer Region, die an vorderster Front des sich erwärmenden Klimas steht. Der Gletscher ist der grösste der Alpen – 24 Kilometer lang – und bildet ein fragiles Gleichgewicht, wobei ganze Teile im Eisgebirge durch den schmelzenden Permafrost in Bewegung gebracht werden. Die Kunstschaffenden werden zwei Wochen auf dem Gletscher leben; ‹Matza› baut ein Basislager am Rand des Gletschers, wo sie arbeiten und sogar übernachten können. Die Künstler/innen stehen nicht nur einer gefährdeten Landschaft gegenüber, sondern sind auch dazu gezwungen, äusserst minimalistisch zu agieren, nur mit Materialien umzugehen, die sie in situ gefunden oder in einem Rucksack hinaufgetragen haben. Das Publikum ist eingeladen, das Matza-Aletsch-Team oder eine Präsentation im Walliser Kunstmuseum in Sitten zu besuchen.

‹Matza: Mass In Motion›, Besuchstermin auf dem Gletscher, 7.–9.9.2018, info@matza.net
Präsentation im Kunstmuseum Wallis, Sitten, 13.9.2018

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