Victor Man

Navid Nuur · Keramik, 2018, Centre d’éditions contemporaines. Foto: Sandra Pointet

Navid Nuur · Keramik, 2018, Centre d’éditions contemporaines. Foto: Sandra Pointet

Victor Man · Seemansmesser, 2014, Edition, Centre d’éditions contemporaines © ProLitteris

Victor Man · Seemansmesser, 2014, Edition, Centre d’éditions contemporaines © ProLitteris

Hinweis

Victor Man

Genf — Wasser gibt es keines im Centre d’édition contemporain. Aber die einem spontanen Tropfen und Fliessen geschuldeten Aquarelle des rumänischen Malers Victor Man (*1974, Cluj) und die schillernd glasierten Keramikgefässe von Navid Nuur lassen einen zauberhaft in das Auflösende-Aufbauende von flüssigen Substanzen eintauchen. Kaum ein White Cube ist neutral: Das CEC weckt seit seinem Umzug 2015 an die Rue des Rois 15 mit seinen teils über Eck laufenden Glasfronten Gedanken an ein Aquarium. Die schon längere Beziehung mit Victor Man, der für seine surrealen, von einem dunklen, schweren Eros unterfütterten Gemälde bekannt ist, gerann jetzt zu einer Doppelschau, die dieses Klima auf das Abgründigste ausreizt. Dies begann bereits mit seinen Editionen. 2014 hat er in seinem Heimatdorf eine Serie von Seemannsmessern schmieden lassen, die – so geformt, dass sie bei Meutereien nicht eingesetzt werden können – für das Nützliche und Schöpferische in einer für den Menschen eher feindlichen Umgebung stehen: Seile kappen, Fische zerlegen, Holz bearbeiten. Für 2018 hat er nun ein seinem ersten Kind Rosza gewidmetes Faksimile eines Heftes herausgegeben, in denen er die Brocken der Abenteuer von Helden westlicher Jugendliteratur, denen er sich trotz des Eisernen Vorhangs bemächtigen konnte, weiterspann, bspw. indem er seine Leser/innen mit Taucherglocken in Tiefseegräben führt, wo Pottwale Riesenkalmare jagen. Wunderbar kommt Man nun nach diesen beiden Editionen, die das Wasser mehr als Metapher von Sehnsucht und Erinnerung ausloten, im CEC auch noch auf die konkrete Rolle des Nassen im Schöpfungsprozess zurück, worüber er seit einigen Jahren mit dem iranischen Plastiker Navid Nuur (*1976, Teheran) intensive Dialoge führt. So zeigt er mehrere Serien seiner eigenen Aquarelle und lud gleichzeitig seinen Künstlerfreund ein, einige Keramiken dazwischenzustellen, die das Spiel mit unbändig Fliessendem und Tropfendem in den teils mit transparenter Glasur gefüllten Gefässformen weitertreiben. Durch Schlingpflanzen oder einen Fischschwanz auf den Aquarellen sowie durch die aus den Glasuren der Keramiken kragenden Muscheln hört man nun beim Betrachten immer wieder das Meer rauschen.

Bis 
15.09.2018
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"Entrelacs" Victor Man invite Navid Nuur 17.05.201815.09.2018 Ausstellung Genève
Schweiz
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