Your North is My South

Louise Druhle · Blockchain, an architecture of control? 2016, Video still, Courtesy Museum für neue Kunst Freiburg

Louise Druhle · Blockchain, an architecture of control? 2016, Video still, Courtesy Museum für neue Kunst Freiburg

Clarissa Tossin · When two places look alike, 2012–2013, Digital chromogenic print, 40 x 27 cm, Courtesy Kunsthalle Mulhouse

Clarissa Tossin · When two places look alike, 2012–2013, Digital chromogenic print, 40 x 27 cm, Courtesy Kunsthalle Mulhouse

Hinweis

Your North is My South

Freiburg/B und Mulhouse — Die Städte Freiburg im Breisgau und Mulhouse liegen auf demselben Breitengrad. Nur 47 Kilometer Luftlinie und eine fliessende Landesgrenze, der Rhein, trennen sie. Für die Franzosen liegt Mulhouse im Norden, für die Deutschen gilt Freiburg hingegen als Stadt des Südens. Der geografisch nahezu gleiche Ort wird je nach Zugehörigkeit und Standpunkt unterschiedlich wahrgenommen bzw. eingeordnet. Diese Diskrepanz nahmen Christine Litz, Direktorin des Museums für Neue Kunst Freiburg, und Sandrine Wymann, Direktorin der Kunsthalle Mulhouse, zum Anlass der gemeinsamen Ausstellung ‹Your North is My South›. Die Freiburger Präsentation überspringt den geografischen Ort und fokussiert auf grenzenlose virtuelle Räume und deren Einfluss auf die Wahrnehmung. Die Möglichkeiten neuster visueller Techniken wie Virtual Reality-Brillen oder Microsoft Hololinsen werden erkundet. Ersteres offenbart in Patrick Alan Banfields Installation auf Bildschirmen, welchen Blick derjenige Besucher einnimmt, der die VR-Brille trägt. Asad J. Mali verwandelt in den USA zu ihrem Alltag als Migranten befragte Muslim/innen in flüchtige Hologramme, die kein Visum benötigen. Bei dem Versuch, durch Bewegung einen Blick auf die Hologramme zu erhaschen, vermag man indes kaum den Worten zu folgen. Louise Druhle offenbart anhand von Grafiken, wie die Architektur des Internets von wenigen dominanten Unternehmen kontrolliert wird. Eine Re-Demokratisierung sieht sie in der Blockchaintechnik. Diesem Verfahren widmet auch Simon Denny eine Arbeit: In zwei dem Brettspiel Risiko entlehnten Aufbauten stellt er die Blockchainvisionen zweier Unternehmen gegenüber. In Mulhouse steht die Reflexion politischer, sozialer und kultureller Blickwinkel im Zentrum. Mit dänischer Staatsbürgerschaft konnte das israelische Künstlerduo Gil & Moti sowohl jüdische Siedler als auch Palästinenser besuchen und nach ihrer Sichtweise befragen. Die russische Künstlergruppe Chto Delat inszeniert in einem Musical die unterschiedlichen Werte und Vorstellungen einer finnisch-russischen Ehe an der finnisch-russischen Grenze. Clarisse Tossin hält Postkarten ähnlicher Häusertypen in die Umgebung einer anderen Stadt mit ähnlichen Häusern. Dieses Nachdenken über Blickwinkel, Raum und konkrete Grenzen ist sehr spannend. Weshalb kein konkreter Austausch der beiden Institutionen mit Themen vor Ort gewählt wurde, bleibt offen. Eine verschenkte Chance?

Bis 
07.10.2018

Museum für neue Kunst, bis 7.10.2018
La Kunsthalle, 19.9.–11.11.2018

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La Kunsthalle Frankreich Mulhouse
Museum für neue Kunst Freiburg/B Deutschland Freiburg/B
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Your north is my south 28.04.201807.10.2018 Ausstellung Freiburg/B
Deutschland
DE

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