Anthropocene

Edward Burtynsky · Oil Bunkering # 4, Niger Delta, 2016, Courtesy Galerie Springer, Berlin/ Nicholas Metivier Gallery, Toronto

Edward Burtynsky · Oil Bunkering # 4, Niger Delta, 2016, Courtesy Galerie Springer, Berlin/ Nicholas Metivier Gallery, Toronto

Edward Burtynsky · Carrara Marble Quarries, Cava die Canal grande # 2, Carrara, Italy 2016, Pigment inkjet print, Courtesy Galerie Springer, Berlin / Nicholas Metivier Gallery, Toronto

Edward Burtynsky · Carrara Marble Quarries, Cava die Canal grande # 2, Carrara, Italy 2016, Pigment inkjet print, Courtesy Galerie Springer, Berlin / Nicholas Metivier Gallery, Toronto

Hinweis

Anthropocene

Bologna — ‹Anthropocene› (Anthropozän) nennt sich ein multidisziplinäres Kunstprojekt, das in der Kunststiftung MAST (Manifattura di Arte, Sperimentazione e Tecnologia) die Besucherinnen und Besucher zum Frösteln bringt. Der kanadische Fotograf Edward Burtynsky (*1955), bekannt durch seine Aufnahmen von zerstörten Landschaften, hat gemeinsam mit den Filmemachern Jennifer Baichwal und Nicholas de Pencier eine eindrucksvolle Austellung erarbeitet, die auf monumentalen Fotos das mit Öl verseuchte Nigerdelta und abgeholzte Regenwälder zeigt und mit Videoinstallationen und Virtual Reality überdeutlich macht, wie tiefgreifend und nicht wieder gutzumachen die Schäden sind, die der Mensch unserem Planeten zugefügt hat. Der massive Raubbau hat sich in die Geologie der Erde eingeschrieben und ein neues Erdzeitalter eingeleitet, das Anthropozän. Aus der Luft gesehen sieht die chilenische Atacama-Wüste wie ein riesiger Farbkatalog aus. In rechteckigen Becken, von Strassen regelmässig durchschnitten, verdunstet das Grundwasser gelb-blau changierend zu Lithium-Karbonat, dem begehrten Rohstoff für Handys und Elektroautos. Ganze Flussläufe werden dadurch ausgetrocknet. Spektakuläre Fotos vom Marmorabbau in Carrara zeigen, dass auch ganz in unserer Nähe die Ressourcen langsam zu Ende gehen. Riesige Marmorblöcke werden seit der Antike in die Zentren des Wohlstands geliefert, heute nach Abu Dhabi oder Mumbai. Die monumentalen, immer menschenleeren Fotos lösen Schrecken aus, faszinieren aber auch gleichzeitig durch ihren ästhetischen Reiz. Zweck des Anthropocene-Projekts sei es, das Bewusstsein für die Zerstörung unserer Erde zu schärfen, sagt Burtynsky. Trägt er aber nicht selber durch den technologischen Aufwand für sein Projekt und die vielen Reisen im Flugzeug, Klimakiller Nr. 1, zur Verunreinigung der Umwelt bei? «Die gesamte Produktion ist carbon offset, klimaneutral» versichert Burtynsky. Auch Künstler müssten lernen, die von ihrer Tätigkeit verursachten Emissionen zu kompensieren. Zur Ausstellung gehört auch der Film der drei Künstler, ‹Anthropocene: The Human Epoch› – der dritte einer Trilogie nach ‹Manufactured Landscapes›, 2009 und ‹Watermark›, 2013. Ausstellung und Film werden jetzt erstmals in Europa gezeigt.

Bis 
22.09.2019
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Anthropocene 16.05.201922.09.2019 Ausstellung Bologna
Italien
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