Faszination Gesicht

Tom Stayte · #Selfie, 2014, Installation. Foto: Katharina Wernli

Tom Stayte · #Selfie, 2014, Installation. Foto: Katharina Wernli

Faszination Gesicht, Ausstellungsansicht ­Vögele Kultur Zentrum. Foto: Katharina Wernli

Faszination Gesicht, Ausstellungsansicht ­Vögele Kultur Zentrum. Foto: Katharina Wernli

Hinweis

Faszination Gesicht

Pfäffikon — Das Vögele Kultur Zentrum zeigt derzeit Gesicht(er). Hunderte oder sogar Tausende davon häufen sich allein am Boden des Ausstellungsraums: Die Selfie-Maschine ‹#selfie› von Tom Stayte spuckt im Zwölf-Sekunden-Takt ein Selfie aus, das jemand irgendwo auf der Welt ins Netz gestellt hat – ein Meer von Duckfaces, Fish Gapes und anderen Grimassen auf Papier. Was über Epochen ausschliesslich von Künstlern geleistet werden konnte und oft Monate gedauert hat, passiert heute in Sekundenbruchteilen – oft sogar unbemerkt. Inzwischen stehen unzählige Mittel zur Auswahl, nicht nur, um so viele Bildnisse anzufertigen, wie man will, sondern auch um sie beliebig zu verändern. So frei und willkürlich ist diese Selbstdarstellung geworden, dass kaum mehr klar ist, was echt ist und was «Fake». Wie sehr ist die Persönlichkeit tatsächlich im Gesicht ablesbar und was verrät das Gesicht sonst noch über uns? Wie drücken sich welche Gefühle aus, was erzeugt Sympathie oder was Respekt? Was heisst es, sein «wahres Gesicht» zu zeigen? In seiner Ausstellung über das Gesicht bietet das Vögele Kultur Zentrum wie immer unzählige Perspektiven und Anknüpfungspunkte zu einem Thema, das absolut jeden betrifft. Der Rundgang durch die ausgeklügelte Szenografie der Ausstellung führt multimedial durch die verschiedensten Betrachtungsweisen. Soziale Signale, Kommunikation – was passiert eigentlich alles im und rund um das Gesicht. Gleich zu Beginn verrät ein Programm zur Gesichtserkennung einem die eigene Stimmung – hat man den Raum «happy» oder «angry» betreten? Das beklemmende Gefühl kommt auf, beobachtet, erkannt und gelesen zu werden. Es wird noch verstärkt, wenn eine andere Station einen wenig später informiert, wie lange man bereits in der Ausstellung unterwegs ist. Zwar reichen die technischen Mittel noch nicht an die menschliche Fähigkeit heran, kleinste Gefühlsregungen im Gesicht zu unterscheiden. Doch sofern programmiert, können sie einige emotionale Äusserungen in der Mimik bereits treffsicher lesen. Sympathischer ist da die «Gesichtserkennung» von Francois und Jean Robert in ihrer Serie ‹Face to Face›: 30 Jahre lang sammelten die Brüder Gesichter in Gegenständen – ein Meer von traurigen Briefumschlägen und lächelnden Wischmops.

Bis 
22.09.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Faszination Gesicht 19.05.201922.09.2019 Ausstellung Pfäffikon SZ
Schweiz
CH
Autor/innen
Nicola Schröder
Künstler/innen
Tom Stayte

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